Klimagerechtigkeit
Christians-for-Future_PaderbornDie "Christians for Future" übergeben im Erzbistum Paderborn ihre zwölf Forderungen für mehr Klimagerechtigkeit an Prälat Thomas Dornseifer.

Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn

Klimagerechtigkeit

Christen fordern mehr Klimaschutz von den Kirchen

Die „Christians for Future“ haben die Kirchenleitungen in ganz Deutschland zu mehr öffentlichem Engagement in Sachen Klimapolitik und Klimagerechtigkeit aufgerufen. Die Kirchen sollen ihr eigenes Handeln umstellen und etwa alle Kirchengebäude bis 2030 klimaneutral werden lassen. 

Ob in München, Essen oder Limburg: Die „Christians for Future“ haben Ende letzter Woche ihre zwölf Forderungen zur Klimagerechtigkeit an Kirchenleitende von Landeskirchen, Bistümern und Freikirchen in ganz Deutschland überreicht. Kurz vor dem globalen Klimastreik am Freitag (24.9.) und der Bundestagswahl am Sonntag haben sie die Kirchen aufgefordert, sich stärker in die Klimapolitik einzubringen. 

„Die Zeit drängt. Die Klimakrise bedroht uns alle, weltweit, unsere Mitwelt und viele zukünftige Generationen. Als Christinnen und Christen ist es unsere ethische Verantwortung alles in unserer Macht stehende zu tun, großes Leid für viele Menschen und die Zerstörung der Schöpfung abzuwenden“, erklärten die „Christians for Future“. 

Zwar setzen sich die Kirchengemeinden in Deutschland seit Jahrzehnten mit verschiedenen Aktionen und Initiativen zur Nachhaltigkeit oder Umweltbildung für den Klima- und Umweltschutz ein. Schließlich ist die „Bewahrung der Schöpfung“ ein Leitmotiv des Christseins. Dies ist der Bewegung „Christians for Future“ (C4F), einem Zusammenschluss von Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen, jedoch nicht genug. „Wir haben den Eindruck, dass das Thema der Nachhaltigkeit in den Kirchen überwiegend auf individueller Ebene betrachtet wird“, sagte C4F-Mitinitiatorin Edith Wittenbrink  im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA. „Wir können alle weniger Auto fahren, weniger fliegen, uns anders ernähren. Das reicht aber nicht“, so die Theologin.

Kirchen sollen sich trauen, auch mal anzuecken

Deswegen rufen die „Christians for Future“ alle Kirchenleitungen auf, sich ab sofort auf nationaler und regionaler Ebene für Klimagerechtigkeit einzusetzen, sich für die „Fridays for Future“-Forderungen starkzumachen, aktiv auf Politikerinnen und Politiker zuzugehen oder auch Demos für mehr Klimaschutz zu organisieren.

Ihre zwölf Forderungen sind in drei Kategorien aufgeteilt: So sollen die Kirchen ihre „prophetische Stimme“ für diejenigen erheben, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, sie sollen ihr „eigenes Handeln umstellen“ und zum Beispiel bis 2030 klimaneutral werden sowie sich für einen „Bewusstseinswandel innerhalb der Kirchen und Gemeinden“ einsetzen.

Neben dem klaren Bekenntnis zu den Zielen der „For Future“-Bewegung ist es den C4F besonders wichtig, dass die Kirchen endlich ihre „prophetische Rolle“ innerhalb der Gesellschaft einnehmen und auch mal „anecken“. Hierzu gehöre auch, sich konkrete Schritte für das öffentliche Engagement zu überlegen oder nicht ethisch verantwortbare Entscheidungen der Politik öffentlich infrage zu stellen, heißt es in dem Forderungspapier. 

Vorbildfunktion in der Landwirtschaft

Die „Christians for Future“ rufen die Kirchenleitungen auf, ihren höheren Rang sinnvoll einzusetzen. So sollen sie das persönliche Gespräch mit Politikern suchen, sie an ihre „ethische Verantwortung erinnern“ und für die Opfer des Klimawandels eintreten. Dabei formulieren die „Christians for Future“ auch, wie sich Kirchen selbst in Hinblick auf mehr Klimagerechtigkeit engagieren können. Einerseits soll die soziale, politische und pastorale Arbeit der Partnerkirchen – besonders im globalen Süden – finanziell unterstützt werden. Andererseits soll auch die kirchliche Pastoralarbeit in Deutschland die Menschen dazu anregen, ihr Handeln zu überdenken. Denn die Deutschen müssten verstehen, wie sehr das eigene Handeln „die Menschen im globalen Süden beeinflusst“. 

Christians for Future

Die „Christians for Future“ sind eine unabhängige Bewegung innerhalb der deutschen „For Future“- Bewegung. Hier engagieren sich Klimaaktivsten mit einem vielfältigen christlichen Hintergrund und großem Interesse in der…

Weiter fordern die „Christians for Future“, wirtschaftliches Handeln neu zu denken: Der Schutz des Bodens sei vor allem für die Ernährungssicherung, den Erhalt der Biodiversität und den Schutz des Grundwassers besonders wichtig. Kirchen müssten ihre Verantwortung in der nachhaltigen Landnutzung Deutschlands ernst nehmen, indem sie ihre eigenen Ländereien bis zum Jahr 2035 klimaschonend bewirtschaften. So könnten Kirchen in der Landwirtschaft eine Vorbildfunktion einnehmen. 

Keine Finanzierung von Öl- und Gasprojekten mehr

Eine große Forderung der C4F an die Kirchen ist außerdem, dass alle Kirchengebäude bis 2030 klimaneutral werden. Bisher hinken die meisten Kirchen bei ihrem Anspruch an Klimaneutralität hinterher - und liegen sogar hinter den nachgebesserten Zielvorgaben des Klimaschutzgesetzes der Bundesregierung, analysieren die ökumenischen Klimaschützer. Lediglich das katholische Erzbistum Freiburg habe sich Klimaneutralität bis 2030 zum Ziel gesetzt.

Zusätzlich steht in den Forderungen, dass Kirchen künftig keine Projekte mit Öl oder Gas mehr finanzieren sollen. Christliche Werte erlaubten es nicht, Gelder in Unternehmen zu investieren, deren Geschäftsmodell ein „lebensfreundliches Klima“ zerstört. 
Schlussendlich fordern die christlichen Klimaaktivisten verbindliche Fortbildungsprogramme für Personen in Leitungsebenen der Kirchen. Diese sollen das Bewusstsein für die Klimakrise schärfen und die Motivation entwickeln, der Krise den Kampf anzusagen. Wichtig sei hierbei, dass die Kirchen sich untereinander besser vernetzen und ihre Aktionen und Beschlüsse in die Öffentlichkeit tragen. Ziel sei es, dass die Schöpfungsverantwortung und Nächstenliebe in alle Bereiche des christlichen und kirchlichen Lebens dringt und das Verständnis schafft, dass Klimakrise und Christsein zusammenhängen. 

Kommentare

WENN Sie Christen sind, sollten Sie die Bibel kennen. Lukas berichtet in Lukas 21,5-28 über Ereignisse, die geschehen werden, bevor JESUS wiederkommt. Kriege, Unruhen, Erdbeben, Seuchen (Corona u.a.m.) Hungersnöte, Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel, ... Tosen des Meeres (Überschwemmungen, auch durch erhöhten Meeresspiegel) - all dies wird geschehen, und niemand kann es ändern, auch die beste Umweltpolitik nicht. Deutschlands CO2-Fußabdruck macht 2% der
gesamten CO2-Emissionen aus, und Sie glauben, die Katastrophe aufhalten zu können ? Ich spreche nicht gegen diese Maßnahmen, aber Sie laufen Illusionen hinterher und verursachen dafür hohe Kosten. Hunderttausende Haushalte können schon heute ihre Energiekosten nicht mehr bezahlen, weil Deutschland die höchsten Strompreise hat. Wenn ich mir den Wahlkampf ansehe, alle sprechen von den 1,5 Grad, die nicht überschritten werden dürfen. Aber das hängt nicht von CO2 sondern von Erwärmung durch Wärme-Emissionen ab, und die haben nur bedingt mit CO2 zu tun. Pflanzen brauchen CO2, ohne das sie keinen Sauerstoff produzieren können. Die Vulkanausbrüche und Waldbrände und auch die Seeschiffe verursachen mehr Klimaschäden als alle Fahrzeuge der Welt. Methanfreisetzung aus den Tundrenböden in Sibirien und Kanada tragen ebenfalls in hohem Maße zum Klimawandel bei. Die Demonstrationen sind auch nicht umweltfreundlich, weil sie auch zusätzliche Emissionen verursachen. Kennen Sie eine Demo, die was genützt hätte ?
Gott spielt in den heutigen Gesellschaften keine Rolle mehr. Niemand fragt nach seinen Geboten. Deshalb greift Gott nicht ein und lässt es laufen bis zum bitteren Ende, das die Bibel schon vor 2.000 Jahren angekündigt hat. Sie sagen, Klimakrise und Christsein hängen zusammen ? Wie denn ? Ich sage, Klimakrise und Nicht-Christsein hängen zusammen. Hinwendung zu Gott würde Erkenntnisse bringen, wie die Klimakrise überlebbar wird, wenn wir sie schon nicht stoppen können. Richtig ist,
dass wir von Anderen nicht verlangen können, was wir selbst nicht leisten. Aber wir müssen nicht arm werden dabei, denn
mit Armut kann man nichts finanzieren.

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