Guinea
 Nach dem Staatsstreich werden im September 2021 in Guineas Hauptstadt Conakry die Soldaten begeistert gefeiert.

Cellou Binani / AFP via Getty Images

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Noch ein populärer Putsch

Im Sudan kam es jüngst zu einem Militärputsch, ebenso in Mali, im Tschad, und auch in Guinea. Doch anders als im Sudan, wo die Menschen den pro-demokratischen Weg ihres Landes durch die Putschisten in Gefahr sehen, ist in Guinea selbst die Freude über die Absetzung von Präsident Condé groß.

Das Militär Guineas hat am 5. September 2021 den umstrittenen Präsidenten Alpha Condé gestürzt. Die Spezialeinheit, die ihn absetzte, war drei Jahre zuvor gegründet worden, um terroristische Bedrohungen in der Region zu bekämpfen. Angeführt wurde sie von Oberst Mamady Doumbouya, der sich seither als Verteidiger der Demokratie präsentiert. In seiner ersten öffentlichen Ansprache im Staatsfernsehen zitierte er sinngemäß den verstorbenen ghanaischen Militärdiktator und Präsidenten Jerry Rawlings: „Wenn das Volk von seinen Eliten unterdrückt wird, ist es die Aufgabe der Armee, den Menschen ihre Freiheit zurückzugeben.“

Angesichts der Militärputsche in den Nachbarstaaten Mali und Tschad und eines gescheiterten Putschversuchs im Niger lässt der Sturz Condés alte Ängste vor Militärregierungen wiederaufleben. Im Zuge ihrer Null-Toleranz-Politik gegenüber militärischer Machtergreifung hat die Afrikanische Union (AU) am 10. September die Mitgliedschaft Guineas vorerst ausgesetzt; zwei Tage zuvor hatte das bereits die Wirtschaftsgemeinschaft Afrikanischer Staaten (ECOWAS) getan. Auch die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die USA und Frankreich verurteilten den Staatsstreich und forderten Condés Freilassung. 

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erschienen in Ausgabe 11 / 2021: Leben im Dorf

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