Vergleiche zwischen Afrika und Europa
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LAIF/Steets/laif

Vergleiche zwischen Afrika und Europa

Die Zukunft ist weder schwarz noch weiß

Von Nigeria aus betrachtet bietet Europa ein zwiespältiges Bild. Die komplizierten Beziehungen zeigen für einen nigerianischen Schriftsteller nicht zuletzt: Das Denken in Gut und Böse, Schwarz und Weiß ist unangebracht.

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Geboren und aufgewachsen bin ich in Nigeria. Noch nie habe ich länger als ein halbes Jahr am Stück außerhalb der Grenzen dieses Landes verbracht. Meine geplagte Heimat ist der einzige Ort, an dem ich mich zu Hause fühle – in meinen Erzählungen, aber auch in meinen Albträumen. Jedes Mal, wenn ich nach einem Schreibaufenthalt oder einem Literaturfestival in Europa wieder in Lagos lande, spüre ich, wie die tropische Hitze mein Herz erweicht, aber auch meinen Ärger über die Versäumnisse meines Heimatlandes entzündet. Und so wie der Sohn sich beklagt, die Mutter seines Freundes sei besser als die eigene, stelle ich schon am Flughafen die Erfolge Europas den Versäumnissen Afrikas gegenüber. Wie könnte man den Unterschied auch nicht bemerken, wenn man vom geordneten Frankfurter Flughafen startet und im undurchschaubaren Durcheinander in Lagos landet? So seufzen wir Nigerianer gemeinsam, wenn wir an unserem heruntergekommenen Flughafen in der Schlange stehen und darauf warten, dass es endlich, endlich weitergeht. 

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erschienen in Ausgabe 6 / 2022: Afrika schaut auf Europa

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