Resiliente Landwirtschaft
 Agrarökologisch: Bäume inmitten landwirtschaftlicher Betriebe verbessern das Mikroklima und fördern den Humusaufbau. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ARCOS Agroforstbetriebes im Osten Ruandas mit jungen Setzlingen.

Arthur Edwards/Pool/Getty Images

Resiliente Landwirtschaft

„Auf Kleinbauern und Vielfalt setzen!“

In Afrika sollte nicht der Weizenimport, sondern der regionale Handel ausgebaut werden. Gespräch mit Sabine Dorlöchter-Sulser

Ein Großteil der Nahrungsmittel, die in Subsahara-Afrika verbraucht werden, wird nach wie vor in kleinbäuerlicher Landwirtschaft erzeugt. Um die widerstandsfähiger gegen Krisen zu machen, bietet Agrarökologie ein großes Potenzial.

Wie kann die Landwirtschaft in den Ländern Afrikas angesichts der weltweiten Ernährungskrise resilienter werden?

 Sabine Dorlöchter-Sulser ist Referentin für ländliche Entwicklung in Afrika/Naher Osten bei Misereor und befasst sich seit vielen Jahren mit Ernährung und Landwirtschaft in Afrika südlich der Sahara.  privat
Zunächst einmal:  Subsahara-Afrikas Landwirtschaft ist in Hinblick auf Grundnahrungsmittel glücklicherweise sehr vielfältig aufgestellt. So spielen neben Mais und Reis in vielen Ländern vor allem Hirse, Sorghum, Maniok, Süßkartoffeln und Yams bei der Ernährung eine wichtige Rolle. Diese Vielfalt zu erhalten beziehungsweise noch auszubauen ist wesentlich, um Krisen und Schocks abzufedern. Außerdem ist die Landwirtschaft vornehmlich kleinbäuerlich strukturiert. Im Durchschnitt produzieren Familienbetriebe der Größe von unter zwei Hektar bis zu 15 Hektar über 70 Prozent der von der Bevölkerung konsumierten Kalorien. Trotzdem setzen viele afrikanische Regierungen auf großflächige agrarindustrielle Betriebe. Sie hoffen auf einen Modernisierungsschub und versprechen eine bessere Ernährungssicherung. Was passiert ist aber das Gegenteil. 

...

erschienen in Ausgabe 11 / 2022: Leben in Krisenzeiten

Neuen Kommentar schreiben