Heft 11 / 2022Zum Archiv 2022
Leben in Krisenzeiten
Angesichts der Corona-Pandemie und von Kriegen und Klimakatastrophen wird Krisenfestigkeit zum neuen Leitbild. Bremsen nun Industrieländer wegen der Anfälligkeit der Lieferketten die Globalisierung? Was kann der Norden über die Bewältigung der Corona-Krise vom Süden lernen? Und was macht die Gesellschaften im Jemen und der Ukraine fähig, Kriege zu überstehen?
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Resilienz

Heftschwerpunkt

Katastrophenopfer in Brasilien Das Leben von vorne beginnen
Nach Erdrutschen sind in der Bergregion von Rio de Janeiro im Februar 238 Menschen umgekommen. Ein Überlebender, der als Helfer schwer verletzt wurde, sagt nun: „Ich bin jetzt ein neuer, besserer Mensch.“
Jemen Der Krieg schweißt zusammen
Der Krieg, der im Jemen seit 2015 tobt, hat noch mehr Menschen als zuvor in tiefe Not gestürzt. Gegenseitige Hilfe, vor allem in der Familie und unter Nachbarn, ermöglicht vielen das Überleben.
Lieferketten Globalisiert und trotzdem sicher?
Die Corona-Pandemie hat klargemacht: Ganze Volkswirtschaften werden verwundbar, wenn Konzerne aus Kostengründen Produk­tionsketten auf die ganze Welt verteilen. Eine allgemeine De-Globalisierung ist trotzdem nicht zu erwarten.
Resilienz Lernen, in Krisen zu leben
Krisenfestigkeit gilt als neue Richtschnur – von der Energie-, Gesundheits- und Wasserversorgung über das Weltfinanz­system bis zur Welternährung. Doch was eine Gruppe schützt, kann andere verwundbar machen. Und Gesellschaften resilient zu machen, kann nicht mehr heißen, das Alte zu bewahren: Es gilt den Wandel zu gestalten.
Pandemiebekämpfung Wo der Norden vom Süden lernen kann
Die Corona-Pandemie hat alle Regionen der Welt getroffen, die Staaten haben aber sehr verschieden reagiert. Einige Regionen und Länder im globalen Süden konnten das Virus außer­ordentlich gut eindämmen. 
Resiliente Landwirtschaft „Auf Kleinbauern und Vielfalt setzen!“
In Afrika sollte nicht der Weizenimport, sondern der regionale Handel ausgebaut werden. Gespräch mit Sabine Dorlöchter-Sulser
Resilienz im Krieg „In der Ukraine wächst das Vertrauen zum Staat“
Warum kann die Gesellschaft sich gegen den russischen Angriff behaupten? Ein Gespräch mit der ukrainischen Politologin Oksana Huss.

Welt-Blicke

Kambodscha Eine gesponserte Autokratie
Kambodscha ist seit 1993 abwechselnd von westlichen Demokratien und von autoritären Regimen wie China oder Russland gefördert worden. Das hat sich auf die Demo­kratisierung des Landes und den Rückschritt Richtung  autoritäre Herrschaft ausgewirkt. 
Somalia Fehlstart in Mogadischu
Somalias neuer Präsident Hassan Sheikh Mohamud hat eine Regierung für alle versprochen. Er praktiziert aber das Gegenteil, heizt Konflikte in Somalia an und zieht die Nachbarstaaten weiter hinein.
Selbstverwaltete Gemeinde in Mexiko Wie ein Dorf sein Land verteidigt
Vor elf Jahren hat die Indi­genagemeinde Cherán in Zentralmexiko mit Hilfe einer Bürgerwehr die Holzmafia vertrieben. Nun ist sie eine autonome Insel zwischen Avocadoplantagen – aber  die Jugend möchte mehr als Subsistenzwirtschaft. 
Wahlen in Israel „Israel kann mit der gegenwärtigen Situation gut leben“
Im November wird in Israel gewählt – das fünfte Mal in vier Jahren. Das Land ist gespalten wie nie. Was heißt das für den Konflikt mit den Palästinensern? Sollten sich die deutsche Politik und die Zivilgesellschaft stärker einmischen? Fragen an Mickey Gitzin vom New Israel Fund.

Standpunkte

Kolonialismus und die Folgen Dekolonisierung falsch verstanden
Die Gesellschaft in Afrika ist immer noch von den kolonialen Beziehungen zum reichen globalen Norden geprägt, der Kontinent muss vollständig dekolonisiert werden, sagen viele. Doch diese Sichtweise ist zu einfach.
Reife Leistung Europas Sonderstellung
Europa sei ein gepflegter Garten, der Rest der Welt gleiche eher einem Dschungel, meint Josep Borrell. Ist er nun unter die Gärtner gegangen? Unsere Glosse.
Weltklimakonferenz Falsches Signal an Entwicklungsländer
Die Bundesregierung hat 2021 mehr Klimahilfe gezahlt als erwartet – doch jetzt soll sie sinken. Warum das ein Problem ist, kommentiert Bernd Ludermann.
Menschenrechte Getötete Umweltaktivisten
Ein Überblick
Letzte Generation Straßenblockierer sind keine Terroristen
Protest gegen herrschende Verhältnisse darf auch mal über die Grenzen des Erlaubten hinausgehen, kommentiert Tillmann Elliesen.
Norwegens Entwicklungshilfe „Die Mittel sollten aufgestockt werden“
Norwegen will sein entwicklungspolitisches Engagement zurückfahren. Nicht gut, findet Dagfinn Høybråten.

Bewegungsmelder

Herausgeberkolumne Nichts über uns ohne uns
Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist nur möglich, wenn man sie sichtbar macht, sie einbindet und ihre Fähigkeiten in den Blick nimmt.
Fünf Fragen „Niemand darf gezwungen werden“
Franz Nadler setzt sich für Kriegsdienstverweigerer ein. Angesichts der Teilmobilmachung Russlands lohnt ein Blick auf seine Arbeit.

Journal

EU-Landwirtschaft Bahn frei für die Gen-Schere?
Die EU-Kommission will im Frühjahr 2023 über die Regulierung neuer gentechnischer Verfahren in der Landwirtschaft entscheiden. Europäische Umweltorganisationen, Ökobauern sowie Verbraucherschützer kritisieren das Verfahren.
Vorstoß der EU-Kommission Die EU will etwas gegen Zwangsarbeit tun
Produkte, die in Zwangsarbeit hergestellt wurden, sollen in der Europäischen Union verboten werden. Fachleute begrüßen den Vorstoß der EU-Kommission, sehen aber auch Schwächen.
Feministische Entwicklungspolitik Eine Quote für Projekte zur Geschlechtergerechtigkeit
Svenja Schulze will den Anteil der Projekte zur Geschlechtergerechtigkeit erhöhen. Die Entwicklungsministerin erfüllt damit im Koalitionsvertrag angekündigte Zusagen – zumindest zum Teil.
Schweizer Entwicklungshilfe Fragwürdige Zusammenarbeit mit Eritrea
Die eritreische Regierung hat eine von der Schweiz finanzierte Schule beschlagnahmt. Damit rückt die Schweizer Entwicklungshilfe in dem Land erneut in die Kritik.
Schweiz Rüstungspolitik: Gute Strategie mit Widersprüchen
In einer neuen Strategie bezeichnet die Schweiz Abrüstung und Rüstungskontrolle als wichtiges Instrument für Frieden und Sicherheit. Darin sehen friedenspolitische Organisationen mehrere Ungereimtheiten.
Kommunale Entwicklungspolitik Schwäbisch Gmünd ausgezeichnet
Nord-Süd-Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe gehen in Kommunen Hand in Hand. Das zeigt die Stadt Schwäbisch Gmünd, die für ihr Engagement ausgezeichnet wurde.
Österreich Südwind trotzt dem Gegenwind
Das entwicklungspolitische Südwind-Magazin hat eine Anzeige zu einem fossilen Großprojekt in Wien abgelehnt. Die Leserschaft unterstützt diese Position und gleicht die finanzielle Einbuße aus.
G7-Staaten Undurchsichtige Allianz gegen den Hunger
Bei ihrem letzten Gipfel im bayerischen Elmau haben die G7-Staaten eine Globale Allianz für Ernährungssicherheit gestartet. Was ist daraus geworden? Nicht viel, moniert die Fraktion der Linken im Bundestag.
Personalia Wer, wo, was?
Anne Gidion ist neue EKD-Bevollmächtigte, Filippo Grandi bleibt UN-Flüchtlingskommissar und Jonas Wipfler leitet das Berlin-Büro des katholischen Hilfswerk Misereor. Unsere Personalmeldungen im November.
Klimaschutz Wie die Kirchen zum Klimaschutz beitragen wollen
Als „Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität“ bezeichnet die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihre Mitte September verabschiedete Klimaschutzrichtlinie.
Entwicklungszusammenarbeit „Auf die Ärmsten konzentrieren“
Zu fragmentiert, zu viel Ideologie und zu viel Geld für die Zivilgesellschaft: Markus Frohnmaier von der AfD-Bundestagsfraktion hält nicht viel von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
„Stammesdenken ist Südsudans größter Feind“
Wieder einmal hat mit dem Erzbischof von Juba ein hochrangiger Kirchenvertreter die Menschen im Südsudan aufgerufen, sich nicht von Stammesdenken leiten zu lassen