Lieferketten
 Fieber messen, bevor der Seemann in Wuhan an Bord gehen darf: Corona-Schutzmaßnahmen, besonders in China, haben den weltweiten Handel zeitweise stark behindert.

Pete Marovich/The New York Times/Redux/Laif

Lieferketten

Globalisiert und trotzdem sicher?

Die Corona-Pandemie hat klargemacht: Ganze Volkswirtschaften werden verwundbar, wenn Konzerne aus Kostengründen Produk­tionsketten auf die ganze Welt verteilen. Eine allgemeine De-Globalisierung ist trotzdem nicht zu erwarten.

Als die Corona-Pandemie die meisten Volkswirtschaften der Welt lähmte, stießen freizeithungrige Menschen hierzulande auf Engpässe – unter anderem bei Wanderschuhen. Die nämlich stammen zum großen Teil aus Vietnam. Doch dort standen die Fabriken aufgrund von Corona-Beschränkungen still. Ob in Outdoorläden Wanderschuhe verfügbar sind, betrifft freilich die Freizeitgestaltung einer vergleichsweise kaufkräftigen Gesellschaftsschicht hierzulande. Wenn hingegen Näherinnen in Vietnam nicht arbeiten können, ist das für sie oft ein existenzielles Problem.

Auch bei wichtigeren Produkten wie Medizinausrüstung hat es zu Versorgungsproblemen geführt, dass über den Globus verteilte Liefer- und Transportketten während der Pandemie gestört waren. Und zum Teil legte der Ausfall weniger Vorprodukte Fabriken lahm. So musste die Herstellung von Autos oder Waschmaschinen zeitweise eingeschränkt werden, weil die Lieferung von Kabelbäumen aus der Ukraine und von Chips aus Taiwan stockte und kaum Teile auf Lager waren.

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erschienen in Ausgabe 11 / 2022: Leben in Krisenzeiten

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