Rohstoffe wie Lithium, Nickel, Kupfer und Kobalt sind für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen, digitalisierten Wirtschaft, zu Energie aus Solar- und Windkraftanlagen, für Batterietechnologie und E-Mobilität unerlässlich. Die ökologischen und sozialen Auswirkungen ihres Abbaus an Land und auf See gelten als notwendiges Übel für die Energiewende. Dass das 1,5-Grad-Ziel auch mit deutlich weniger schädlichem Bergbau erreichbar ist, belegt die neue Studie „Beyond Extraction: Pathways for a 1.5°C-aligned Energy Transition with Less Minerals“, die das Institut für eine nachhaltige Zukunft der Technischen Universität Sydney im Auftrag von Greenpeace International erstellt hat.
Verschiedene Szenarien
Die Studie zeigt anhand verschiedener Szenarien, wie Politik und innovative Technik den Bedarf an jenen neun Mineralien begrenzen können, die für den Ausstieg aus der fossilen Energie wichtig sind: Kobalt, Kupfer, Dysprosium, Graphit, Lithium, Mangan, Neodym, Nickel und Vanadium. Die Autoren betonen, dass höhere Recyclingquoten, mehr Kreislaufwirtschaft und ein Umstieg auf Batterien mit weniger Lithium, Kobalt und Nickel –etwa Natrium-Ionen-Batterien – den Bedarf an Rohstoffen um bis zu einem Drittel senken können, jedenfalls im Verbund mit einer umfassenden Verkehrswende hin zu mehr öffentlichem Personennahverkehr und weg vom Pkw-Verkehr.
Das ist nicht grundsätzlich neu, wird aber mit zahlreichen Statistiken und Grafiken belegt. Die Politik wird aufgefordert, die Energiewende nicht einfach mit mehr Bergbau voranzutreiben, sondern mit einem bewussteren Einsatz von Rohstoffen, effizienteren Technologien und mehr Kreislaufwirtschaft. Die Studie fordert sogar globale „No-Go-Zonen“, die – etwa als Biodiversitäts-Hotspots oder als indigene Gebiete – komplett von Bergbau frei bleiben müssen.
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