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Das indonesische Adat-Recht (indigenes Recht, Gewohnheitsrecht), das bereits vor der Gründung des indonesischen Staates existierte, könnte die Grundlage für einen künftigen Rahmen für die Rechte der Natur (Rights of Nature, RoN) bilden. Indonesien hat zwar die RoN bislang nicht in die nationalen Gesetze aufgenommen. Dennoch ist der Großteil dessen, wofür die RoN eintreten, bereits in den Weltanschauungen der Adat-Gesellschaften verankert: der Glaube, dass das Land, die Flüsse, die Wälder und die anderen Naturelemente lebendig sind, miteinander verbunden sind und Respekt verdienen. In vielen Gesellschaften ist die Natur kein Objekt, sondern Teil der Gemeinschaft, die oft wörtlich als Mutter, Vorfahre oder lebenspendender Geist beschrieben wird.
Länder wie Ecuador und Bolivien haben die Natur ausdrücklich als rechtsfähige Einheit anerkannt. Auch in Südostasien hat es wegweisende Urteile gegeben, die Flüssen eine Rechtsstellung einräumen. Dennoch hat Südostasien als Region die RoN noch nicht als grundgesetzliches Prinzip etabliert. Indonesien befindet sich daher in einer besonderen Situation: RoN ist nicht in nationalen Gesetzen verankert, hat jedoch eine tief verwurzelte Präsenz in indigenen Praktiken und Adat-Rechten, die als Teil des indonesischen Rechtssystems eingeräumt werden.
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