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In den letzten dreißig Jahren gab es in Peru sichtbare Fortschritte bei den Frauenrechten, wie zum Beispiel die Förderung von Gesetzen gegen Frauenmorde, für reproduktive Rechte und die Schaffung des Frauenministeriums. Seit 2021 ist jedoch eine Reihe von Rückschritten zu beobachten. So wurde unter anderem versucht, das Frauenministerium mit dem Ministerium für Entwicklung und soziale Inklusion (MIDIS) zusammenzulegen – bisher erfolglos, doch die definitive Entscheidung steht noch aus. Außerdem gab es verschiedene Gesetzesvorstöße, die Frauenrechte und Gleichstellung schwächen – unter anderem gestützt vom Beschluss, den Gender-Ansatz aus der staatlichen Politik zu streichen, der die historischen Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen anerkannte, mit dem Ziel, die Gleichstellung zu fördern.
Die Qualität der Bildungsmaterialien hat bei Modifikationen gelitten, unter anderem wird keine inklusive Sprache mehr verwendet. Darüber hinaus gibt es an den Schulen keine umfassende Sexualerziehung mehr. Das bedeutet, dass das Thema aus rein wissenschaftlicher oder biologischer Sicht angegangen wird und andere Aspekte komplett ausgeblendet werden. Auch von Diversität ist nicht mehr die Rede. Hinter diesen Änderungen stecken konservative Gruppen und Parteien.
Auch die Abschaffung der Parität und der alternierenden Besetzung bei Wahllisten, die 2024 verabschiedet wurde, ist ein herber Rückschritt. Nun ist es nicht mehr zwingend, dass die Wahllisten zu 50 Prozent aus Frauen und zu 50 Prozent aus Männern bestehen. Und das ist besorgniserregend, denn bei den nationalen und regionalen Wahlen von 2021 und 2022 wurden landesweit immerhin zwei Regionalgouverneurinnen, acht Provinzbürgermeisterinnen und 94 Bezirksbürgermeisterinnen ins Amt gewählt. Das ist zwar nicht überwältigend, aber vor der Einführung dieses Gesetzes waren es noch viel weniger. Bei den bevorstehenden Wahlen 2026 dürften diese Zahlen wieder drastisch sinken, und es dürfte für Frauen generell wieder schwieriger werden, in politische Ämter gewählt zu werden.
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