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Am 1. Mai 2026 trat die von Chinas Präsident Xi Jinping bereits im Februar angekündigte Zollfreiheit für 53 der 55 afrikanischen Staaten in Kraft. Die Maßnahme erfolgt in einem Kontext wachsender geopolitischer Spannungen und eines verschärften globalen Wettbewerbs um Einfluss in Afrika. Die folgenden Überlegungen ordnen diesen Schritt in die aktuellen Afrika-China-, Afrika-EU- und Afrika-USA-Beziehungen ein und fragen nach den Konsequenzen für Afrikas wirtschaftspolitische Handlungsfähigkeit.
Was an der Maßnahme neu ist
Ein präferenzieller Zugang afrikanischer Länder zum chinesischen Markt ist grundsätzlich nichts Neues. Bereits zuvor profitierten viele kleinere und einkommensschwächere Volkswirtschaften Afrikas von zollfreiem Zugang zu China. Neu ist jedoch die Ausweitung der Null-Zoll-Politik auf wirtschaftlich stärkere afrikanische Länder.
Damit können nun auch größere afrikanische Exportökonomien – insbesondere rohstoffexportierende Länder – ihre Waren weitgehend zollfrei nach China exportieren. Die Regelung ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt. Ergänzt wird sie durch sogenannte „Green Lanes“, also beschleunigte Zollabfertigungen und vereinfachte lebensmittelrechtliche Verfahren, um afrikanischen Exporten den Zugang zum chinesischen Markt zusätzlich zu erleichtern.
Innerafrikanisch verändert diese Maßnahme die Wettbewerbsbedingungen. Ärmeren Ländern geht damit ein relativer Vorteil verloren, den sie bislang beim Marktzugang nach China hatten. Künftig konkurrieren sie stärker mit wirtschaftlich leistungsfähigeren Staaten des Kontinents um denselben Absatzmarkt. Angesichts der enormen Aufnahmefähigkeit des chinesischen Marktes dürfte dies jedoch nicht die entscheidende Frage sein. Bedeutender ist der geopolitische Kontext, in dem China diesen Vorstoß unternimmt.
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