Wie KfW-Projekte deutschen Firmen nutzen

Entwicklungszusammenarbeit
Projekte der Kreditanstalt für Wiederaufbau begünstigen laut einer neuen Studie nebenbei auch Investitionen deutscher Firmen – vor allem in Afrika südlich der Sahara.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, genauer gesagt die finanzielle Zusammenarbeit über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), nützt laut einer neuen Studie auch deutschen und europäischen Unternehmen: Wo die KfW Projekte finanziert, ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher als anderswo, dass deutsche und in zweiter Linie auch europäische Firmen investieren. Zu diesem Ergebnis kommen Ökonominnen und Ökonomen der Universität Göttingen mit Methoden der Statistik. 

Für die Untersuchung hat das Team eine umfangreiche Datenbank zu evaluierten KfW-Projekten statistisch in Beziehung gesetzt zu Daten über Direktinvestitionen seit 2003 in denselben Regionen. Region bezieht sich dabei auf relativ kleine Gebiete: Verglichen werden Daten zur zweiten Verwaltungsebene unterhalb der nationalen, in Deutschland zum Beispiel wären das Landkreise.

Wirken KfW-Projekte auch als Türöffner?

So ermittelt das Team, dass dort, wo die KfW Projekte finanziert, die Wahrscheinlichkeit für Direktinvestitionen, besonders deutsche, höher ist als anderswo. Das gelte unabhängig vom Entwicklungsstand des Projektlandes, auch in sehr armen Staaten. Und der Effekt sei stärker dort, wo den KfW-Projekten höherer Erfolg bescheinigt worden ist. Er zeige sich aber vor allem für Afrika südlich der Sahara und sei in Asien und Lateinamerika deutlich schwächer.

Die Studie enthält auch Überlegungen, auf welche Weise lokale Entwicklungsprojekte zu mehr Direktinvestitionen führen können – etwa indem sie Investoren ein gutes Umfeld signalisieren und Kontakte zur Verwaltung in dem Gebiet erleichtern.  Um allerdings wirklich nachzuweisen, dass KfW-Projekte, oder überhaupt Entwicklungsvorhaben, die Direktinvestitionen am selben Ort begünstigen, muss man ausschließen, dass Projekte wie Investitionen auf eine gemeinsame dritte Ursache zurückgehen. Zum Beispiel könnten gute Ausgangsbedingungen wie relativ gute Infrastruktur oder eine saubere lokale Verwaltung sowohl KfW-Projekte erfolgreicher machen als auch Direktinvestitionen attraktiver. Tatsächlich zeigen die Daten einen solchen Einfluss von vorhandener Infrastruktur. Laut der Studie bewirkt die stark räumlich aufgelöste Betrachtung aber, dass sich solche gemeinsamen dritten Ursachen nicht auf das Ergebnis auswirken. Dies leuchtet nicht recht ein. Um den Effekt wirklich nachzuweisen und zu zeigen, auf welchen Wegen er zustande kommt, wären Fallstudien sehr wünschenswert.

Neuen Kommentar hinzufügen

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Wählen Sie bitte aus den Symbolen die/den/das Skateboard aus.
Mit dieser Aufforderung versuchen wir sicherzustellen, dass kein Computer dieses Formular abschickt.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.
Dies ist keine Paywall.
Aber Geld brauchen wir schon:
Unseren Journalismus, der vernachlässigte Themen und Sichtweisen aus dem globalen Süden aufgreift, gibt es nicht für lau. Wir brauchen dafür Ihre Unterstützung – schon 3 Euro im Monat helfen!
Ja, ich unterstütze die Arbeit von welt-sichten mit einem freiwilligen Beitrag.
Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!
„welt-sichten“ schaut auf vernachlässigte Themen und bringt Sichtweisen aus dem globalen Süden. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Warum denn das?
Ja, „welt-sichten“ ist mir etwas wert! Ich unterstütze es mit
Schon 3 Euro im Monat helfen
Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!