Um landwirtschaftliche Rohstoffe für den Export zu erzeugen wie Soja und Kakao, wandeln Produzenten häufig Wald in neue Plantagen, Äcker oder Weiden um. Dem soll die 2023 beschlossene EU-Entwaldungsverordnung entgegenwirken: Europas Importe sollen nicht mehr zu solchen Waldverlusten beitragen. Dazu schreibt die Verordnung Firmen, die bestimmte Rohstoffe einführen oder verarbeiten, ab einer gewissen Größe vor zu prüfen, dass diese nicht von kürzlich entwaldeten Flächen stammen. Sieben Rohstoffe fallen unter die Verordnung: Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja, Rindfleisch, Holz und Kautschuk.
Für Kakao wird der meiste Wald zerstört
Eine neue Studie des World Ressources Institut (WIR) stützt den Ansatz der EU. Danach waren die von EU-Importen bedingten Waldverluste im Zeitraum 2021 bis 2023 hochgradig konzentriert: Drei Viertel entfielen auf nur sechs Länder und der mit Abstand größte Teil auf die Côte d’Ivoire, gefolgt von Brasilien. Der bei weitem problematischste Warenstrom sind die Kakaoimporte aus der Côte d’Ivoire; dann folgen Soja und Rindfleisch aus Brasilien sowie Palmöl aus Indonesien und Malaysia. Die Grafik dazu ist sehr aufschlussreich. Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu betrachten; Importmengen wie Waldverluste können von Jahr zu Jahr schwanken und Waldverluste auch mehrere Ursachen haben.
Die Waldverluste infolge von EU-Importen sind laut der Studie noch sehr bedeutend, obwohl sie seit 2016 bereits stark zurückgegangen seien. Dazu habe beigetragen, dass Firmen in Vorbereitung auf die Entwaldungsverordnung, die ab 2027 angewandt wird, Bezugsquellen und Verfahren geändert haben. Rund ein Drittel von 500 untersuchten Firmen habe sich aber bisher nicht auf Waldschutz beim Bezug irgendeines Rohstoffes verpflichtet. Regulation, wie sie die EU vornehme, sei daher nötig und könne auch dazu führen, dass Produktionsländer ihre eigenen Regeln verbessern.

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