Den prekären Frieden sichern

Zentralafrikanische Republik
Der Krieg im Sudan droht auf die Zentralafrikanische Republik überzugreifen. Welche Kräfte am Werk sind und wie man sie bändigen kann, erklärt eine Studie der International Crisis Group.

Die Zentralafrikanische Republik (ZAR) hat nach dem Abkommen zwischen der Regierung und mehreren Rebellengruppen 2019 zu einem prekären Frieden gefunden. Mehrere Auswirkungen des Krieges im Sudan gefährden ihn nun aber wieder, warnt die International Crisis Group in einer neuen Studie, die französisch und in englischer Zusammenfassung vorliegt.

Laut der Autoren könnte die Gewalt über die Region Vakaga in die ZAR überspringen. Dies ist ein Dreieck im Norden des Landes, das östlich an Darfur im Sudan grenzt und westlich an den Tschad. In dieses schwer zugängliche Gebiet hätten sich Rebellengruppen zurückgezogen, die den Frieden mit der Regierung der ZAR nicht akzeptieren. Sie seien seit 2019 stark geschwächt worden, vermieteten aber jetzt Kämpfer an beide Kriegsparteien im Sudan und erstarkten so wieder. 

Aus dem Nachbarland den Krieg finanzieren 

Gleichzeitig kämen Trupps der Rapid Support Forces (RSF), die im Sudan gegen die Armee kämpft und Darfur beherrscht, immer wieder nach Vakaga. Dort verschafften sie sich Geld mit Entführungen oder mit Anteilen an Viehzucht und Goldabbau, so dass kriminelle Gewalt zunehme. Dass rund 45.000 Menschen aus dem Sudan nach Vakaga geflohen sind, während die humanitäre Hilfe für das Land von internationalen Gebern gekürzt werde, destabilisiere die arme Region weiter.

Die Regierung der ZAR zwinge der Krieg im Sudan zu einem Drahtseilakt: Um die Gewalt in Vakaga zu begrenzen, verständige sie sich unter der Hand mit der RSF und deren Hauptunterstützer, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE); zudem werbe sie um Investitionen der VAE. Das führe zu Spannungen mit der Regierung des benachbarten Sudan und deren Unterstützern wie Ägypten. 

Laut der Studie kann man die Krise noch entschärfen: Dazu müsse unter anderem die ZAR trotz Geldmangel sowohl die Hilfe für Vakaga als auch die Sicherheitskräfte dort stärken. Sie solle die VAE drängen, keine Hilfe für die RSF über das Gebiet zu leiten. Und die UN sollten auf keinen Fall ihre Friedensmission MINUSCA, deren Mandat im November erneuert werden muss, vorschnell verkleinern oder gar abziehen.

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