Fehlstart für den neuen DED

„Der neue DED ist da“. So steht es noch immer auf der Website einer Initiative, die den Deutschen Entwicklungsdienst wiederbeleben will. Doch das Vorhaben ist offenbar schon wieder gestorben: Man werde nun vorerst doch keine weltwärts-Freiwilligen entsenden, heißt es auf der Website.

Mit viel Elan hatten fünf jüngere Leute den „neuen“ DED Ende vergangenen Jahres aus der Taufe gehoben. „Das neue Kind der deutschen EZ-Community will in der Tradition des großen Bruders fortfahren und seinen lebhaften Beitrag zu einer wirkungsstarken Entwicklungszusammenarbeit leisten“, hieß es in einer Anzeige in der „taz“ Ende November. Anders als der alte DED, der der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) einverleibt wurde, wolle man vorerst noch keine Entwicklungshelfer, sondern zunächst nur junge Leute im Rahmen des Freiwilligenprogramms „weltwärts“ in Entwicklungsländer schicken. 25 Einsatzplätze im südlichen Afrika und in Asien stünden zur Wahl.

Im Entwicklungsministerium (BMZ) sorgte das Vorhaben allerdings für Unmut: Die Geschäftsführung des neuen DED hat enge persönliche und berufliche Beziehungen ins Ministerium sowie in die BMZ-Servicestelle Engagement Global, die „weltwärts“ verwaltet – also in jene Stellen, die über die Fördermittel für „weltwärts“-Plätze entscheiden. Fachleute und Vertreter anderer Entsendedienste äußerten sich ebenfalls skeptisch zum forschen Vorgehen der Macher des neuen DED.

Telefonisch nicht erreichbar, keine Antwort auf Anfragen

Mitte Dezember verschwand zunächst die Liste der „weltwärts“-Einsatzplätze von der Website des neuen DED, kurz darauf folgte dann die Nachricht, 2013 würden keine Entsendungen durchgeführt. Telefonisch ist der neue DED seither nicht mehr erreichbar, Anfragen per Email wurden nicht beantwortet.

Da der neue DED bislang nicht als „weltwärts“-Entsendedienst anerkannt ist, hatten andere Organisationen für ihn die Mittel für die ursprünglich angebotenen Einsatzplätze beantragt, darunter der Verein Experiment e.V. Auch dort sieht man nach dem Rückzug des neuen DED offenbar keinen Anlass mehr für eine Kooperation. Man gehe davon aus, dass der Hinweis auf die Partnerschaft mit Experiment e.V. demnächst von der Website des neuen DED gelöscht werde, erklärte eine Mitarbeiterin auf Anfrage. (ell)

erschienen in Ausgabe 2 / 2013: Ägypten: Aufruhr und Aufbruch

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