Heft 2 / 2013Zum Archiv 2013
Ägypten: Aufruhr und Aufbruch
Die Ägypter zwischen Aufbruch und Aufruhr: Die einen freuen sich über die Wahl des Muslimbruders Mohammed Mursi zum Präsidenten - das Titelbild zeigt einen Mursi-Anhänger Mitte 2012 in Kairo - und die anderen, vor allem Frauen und Christen, fürchten um ihre Rechte.
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Ägyptischer Frühling

Heftschwerpunkt

Aufbruch der Frauen
Haben Frauen heute einen höheren Stellenwert in einer traditionell männlich bestimmten Kultur? Die Revolution in Ägypten hat den Frauen bisher nicht mehr Rechte gebracht, aber der Wandel ist nicht aufzuhalten.
Revolution in Ägypten Brot, Freiheit und Gerechtigkeit
Ägyptens Staatschef Mohammed Mursi ist seit einem Jahr im Amt. Viele Menschen hatten sich nach dem Sturz Mubaraks ein besseres Leben erhofft. Doch darauf warten sie noch immer.
Bürger zweiter Klasse
Zwei Jahre nach dem Sturz des Regimes von Mubarak nehmen Angriffe radikaler Muslime auf die Kopten zu. Die neue Verfassung untergräbt die Rechte der ägyptischen Christen weiter. Aber auch innerhalb der Kirche sind Diskussionen entbrannt.
Der Sieg über die Furcht
Die arabische Revolution hat den Konflikt zwischen Israel und Palästinensern nicht verschärft – im Gegenteil: Ägypten nimmt seine Rolle als Vermittler ernst. Die neue Führung unter Mohammed Mursi will die festgefahrenen Verhand-lungen wieder in Gang bringen.
Protest mit Pinsel und Spray
Die Revolution hat Ägypten bunt gemacht: Graffiti und Wandmalerei sind Teil der Protestkultur. Die Aktivisten wenden sich damit direkt an die Bevölkerung. Im Laufe der Zeit haben die Künstler einen ganz eigenen Stil entwickelt.
Ratlos im Westen
Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union hoffen auf stabile und wohlhabende Gesellschaften in der arabischen Welt. Aber ihre versprochene Hilfe lässt Schnelligkeit und Substanz vermissen.

Welt-Blicke

Das Kreuz mit dem Regenbogen
In Deutschland wird wieder über die Homo-Ehe diskutiert. Einige südamerikanische Länder sind da schon weiter und stellen sich gegen die kirchliche Verdammung sexueller Vielfalt.
Eine Randgruppe – auch für die Hilfswerke
Im Umgang mit Lesben und Schwulen tun sich kirchliche Hilfswerke schwer – aus wenig stichhaltigen Gründen. Streitigkeiten berühren auch die Entwicklungszusammenarbeit.
Rebellion mit Ruandas Hilfe
Einmischung aus den Nachbarstaaten ist ein wichtiger Grund für den Kreislauf der Gewalt im Ostkongo. Ohne die Hilfe der ruandischen Regierung könnten Milizen gar nicht bestehen. Aber auch die Regierung des Kongo ist Teil des Problems.
„Natürlich darf Satire beleidigen“
Godfrey Mwampembwa alias Gado zählt zu den bekanntesten Cartoonisten in Afrika. In seinen Karikaturen nimmt er auch islamistische Fundamentalisten aufs Korn.

Standpunkte

Am Gängelband der Geber
Die Geberländer binden ihre Beiträge für die Vereinten Nationen zunehmend an bestimmte Projekte. Die Grundförderung für die Arbeit der Hilfsorganisationen kommt zu kurz. Das gefährdet die Wirksamkeit ihrer Entwicklungsprogramme.
Von
Auf dem Teller geblieben
In der Diskussion um ein künftiges Wirtschaftsmodell haben sich die Abgeordneten der Regierungskoalition durchgesetzt. „Weiter so“ lautet ihre Devise – den Ressourcenverbrauch regle der Markt.
Voreiliger Beifall
Die Krise in Mali ist das Ergebnis eines Konfliktgemischs in der ganzen Region, verschärft von wiederkehrenden Dürren und schwieriger werdenden Lebensverhältnissen. Frankreichs Intervention mag gut gemeint sein, politisch ist sie aber konzeptlos.
Wo bleiben Lob und Streit?
Das Bundesentwicklungsministerium hat sein Kernziel bekräftigt, weltweit die Armut zu bekämpfen. Das ist grundsätzlich lobenswert. Und im Detail ist eine Debatte fällig, ob das Ministerium die richtigen Prioritäten setzt und die geeignetsten Mittel wählt.
Wo die faulen Kerle wohnen
In Jonglei, dem größten Teilstaat im Südsudan, will der Gouverneur Männern das Spielen per Gesetz verbieten. Dabei wäre es viel sinnvoller, sich ihren Spieltrieb zunutze zu machen.

Journal

Besser leben ohne Öl
Die Transition-Town-Bewegung will den Übergang von Kommunen in ein Zeitalter ohne Erdöl vorbereiten. In rund 80 Städten im deutschsprachigen Raum haben sich Bürger der weltweiten Bewegung angeschlossen.
Das Geschäft mit dem schmutzigen Gold
Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert von der Schweizer Regierung mehr Transparenz: Nur noch Gold, das unter Wahrung der Menschenrechte und hoher Umweltstandards abgebaut wurde, sollte eingeführt und verarbeitet werden.
Denk’ mit Niebel, denk’ positiv!
Wahrer Fortschritt, sagt der Entwicklungsminister, entsteht nur aus der Gesellschaft heraus
Dirk wer?
Fast jeder dritte Deutsche weiß nicht, wer Entwicklungsminister Niebel ist. Das hat eine repräsentative Meinungsumfrage ergeben. Das Entwicklungsministerium verkündete daraus lieber ein anderes Ergebnis.
Embargo blockiert Treffen in Kuba
Der Lateinamerikanische Kirchenrat (CLAI) muss seine für Ende Februar geplante sechste Vollversammlung in Havanna verschieben.
Ende der Eiszeit
Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat jetzt wieder das Gespräch mit der Evangelischen Kirche in Deutschland gesucht. In Rostow am Don wurden sogar strittige Punkte wie der Umgang mit gleichgeschlechtlichen Lebensformen angesprochen.
Fehlstart für den neuen DED
„Der neue DED ist da“. Das verkündet eine Initiative, die den Deutschen Entwicklungsdienst wiederbeleben will. Doch das Vorhaben ist offenbar schon wieder tot: Man werde vorerst doch keine weltwärts-Freiwilligen entsenden, heißt es auf der Website.
Geber beraten über ODA-Definition
Der Entwicklungsausschuss der OECD, der Club der alten Geberländer, ringt um seinen Einfluss. Neue Geber wie China oder Brasilien haben mit seinen Standards wenig am Hut. Auf dem Prüfstand steht die Definition für "Entwicklungshilfe".
Hilfe ist erwünscht, Kritik nicht
Laos hat die Programmleiterin des Hilfswerks Helvetas ausgewiesen. Anne-Sophie Gindroz soll in einem Brief die Menschenrechtslage kritisiert und eine „nicht förderliche Haltung gegenüber der Regierung“ gezeigt haben.
Hilfswerke kritisieren Nachhaltigkeitsbericht von Glencore
China hat den Zusammenschluss der Rohstoffkonzerne Glencore und Xstrata genehmigt - unter bestimmten Auflagen. Schweizer Hilfsorganisationen beklagen, Glencore betrachte das Thema Menschenrechte noch immer nicht als Teil der Unternehmensverantwortung.
In Bolivien sinkt der Koka-Anbau
Uruguay legalisiert als erstes Land den begrenzten Handel mit Marihuana. Auch Bolivien geht bei der Drogenpolitik neue Wege – der Erfolg gibt Staatspräsident Evo Morales laut einer Studie Recht.
Kalt und hungrig in der Kirche
Eine Gruppe mehrheitlich pakistanischer Flüchtlinge lagert in der Wiener Votivkirche. Die meisten der 45 Männer befinden sich im Hungerstreik. Sie fordern bessere Lebensbedingungen für Asylsuchende in Österreich.
Nationalrat beschließt: Behinderte stärker einbinden
In der Entwicklungszusammenarbeit von Österreich sollen die Interessen von Menschen mit Behinderung stärker berücksichtigt werden.
Stuttgart saniert Lateinamerika
Stuttgart hat ein vierjähriges EU-Projekt zur nachhaltigen Stadtentwicklung in mehreren lateinamerikanischen Großstädten abgeschlossen. Stuttgart gehört zu den wenigen deutschen Städten, die internationale Projekte mit EU-Mitteln durchführen.
Theologie made in Africa
Afrika braucht mehr und besser ausgebildete Theologen. Davon ist die Allafrikanische Konferenz der Kirchen überzeugt und hat bei einem internationalen Symposium in Nairobi eine Akademie aus der Taufe gehoben.
VENRO-Standpunkt zur Bundestagswahl
Deutschland soll sich für eine bessere Welt einsetzen. Auf diese schlichte Formel lässt sich das Positionspapier des Verbands der deutschen Entwicklungsorganisationen (VENRO) zum Wahljahr 2013 reduzieren.
Verwässerte Hilfe
Bei der EU-Kommission wurde eine „Plattform“ eingerichtet, von der aus die Mischung von öffentlicher Entwicklungshilfe mit privatem Investitionskapital koordiniert werden soll. Nichtstaatliche Hilfsorganisationen haben Bedenken.
Was bringt der faire Handel?
Für eine neue Studie ließen Transfair Deutschland und die Schweizer Max-Havelaar-Stiftung das CEval aus Saarbrücken vier Länder auf drei Kontinenten und sechs Zweige des fairen Handels untersuchen.
Wirtschaftsvertreter kritisieren Freihandelspolitik der EU als kurzsichtig
Das European Center for International Political Economy (ECIPE) moniert, Brüssel habe in der Vergangenheit wichtige Märkte und den Handel mit Schwellenländern vernachlässigt.