Palästina
Nach dem Hamas-Massaker vor drei Jahren und dem Krieg in Gaza seither herrscht in Israel weitgehend Konsens, dass der Staat auf Gewalt und Stärke setzen muss. Abkommen werden als Zeichen von Schwäche gesehen, was nach dem Krieg kommen soll, wird ausgeblendet, meint der israelische Politologe José Brunner.
Palästinensische Christen kritisieren scharf, dass Kirchen anderswo, gerade in Deutschland, Israels Vorgehen in Gaza und der Westbank nicht verurteilen. Zu diesen Vorwürfen schweigen die deutschen Kirchen bisher.
Wer in Gaza oder der Westbank an Krebs erkrankt und eine Strahlentherapie braucht, kann sie nur in einem kirchlichen Krankenhaus in Ost-Jerusalem bekommen. Für Patienten aus Gaza ist der Weg dorthin aber seit mehr als zwei Jahren versperrt – sogar für Kinder.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat bei ihrer Nahostreise versucht, gegen Israels Annexions- und Vertreibungspolitik Zeichen zu setzen. Im Bundeskanzleramt wurde das nicht alles für gut befunden.
Wegen einer Stellungnahme zum Nahostkonflikt wird dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in Deutschland Israelhass und Antisemitismus vorgeworfen. Manche fordern sogar, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) solle aus dem ÖRK austreten.
Nach fast zwei Jahren Krieg in Gaza, Zehntausenden Todesopfern und Millionen Vertriebenen ist kein Ende der Kämpfe in Sicht. Max Rodenbeck von der International Crisis Group erklärt, wie sich die Hamas immer wieder regeneriert und warum Israel sie nicht komplett vernichten kann.
Während Israel wegen seines Vorgehens im Gazastreifen international in der Kritik steht, hat der Berliner Senat eine Partnerschaft mit Tel Aviv besiegelt. Die Eine-Welt-Szene hält sich aus der Debatte heraus.
Seit dem Hamas-Massaker in Israel vor anderthalb Jahren und den israelischen Angriffen auf Gaza sind über hunderttausend Palästinenser von dort nach Ägypten geflohen. Viele wollen sich in Kairo eine neue Existenz aufbauen, doch die ägyptische Regierung erschwert das.
In den meisten Religionen bekleiden vor allem Männer geistliche Ämter. Aber gerade in religiös aufgeheizten Konflikten könnte die Perspektive von Frauen deeskalierend wirken, wie ein Webinar zum Krieg zwischen Israel und den Palästinensern unlängst deutlich gemacht hat.
Der US-amerikanische Historiker Rashid Khalidi analysiert in seinem Buch den Nahostkonflikt vom Ende des Osmanischen Reiches bis heute. Und ist überzeugt: Für eine friedliche Koexistenz braucht es gleiche Rechte.
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