Wandel im Kopf

Genia Findeisen, Kristina Großmann (Hg.)
Gewalt gegen Frauen in Südostasien und China
regiospectra-Verlag, Berlin 2013,
244 Seiten, 19,90 Euro

Gewalt gegen Frauen nimmt viele Formen an – körperliche, sexuelle und psychische. Und sie hat gravierende Folgen für die betroffenen Frauen, aber auch für Familien und die gesamte Gesellschaft. Vor 20 Jahren hat die UN-Generalversammlung die „Erklärung über die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“ angenommen. Fast alle Länder Südostasiens verfügen über Gesetze zum Schutz ihrer Bürgerinnen. Doch ihre Anwendung bleibt schwierig. Die Autorinnen und Autoren dieses Sammelbandes schauen sich an, warum das so ist. Sie analysieren Ursachen und Hintergründe der Gewalt gegen Frauen, sie schildern die Rechtslage und geben Einblick in den Alltag südostasiatischer Länder und Chinas.

Darüber hinaus berichten sie über Lösungsansätze, zum Beispiel aus Indonesien. Hier arbeitet die „Allianz der Neuen Männer“ eng mit einer Frauenrechtsorganisation zusammen, gemeinsam gehen sie gegen die Tabuisierung häuslicher Gewalt vor. Und obwohl die meisten Gewaltschutzgesetze in Südostasien „zahnlose Tiger“ sind, blicken einige Autorinnen vorsichtig-optimistisch in die Zukunft. Für Kambodscha zeigt eine Studie, dass die Akzeptanz von Gewalt gegen Frauen in der Gesellschaft gesunken ist: ein „erster Wandel in den Köpfen hat begonnen“. (gka)

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