28.03.2014

Terror aus dem Westen

Noam Chomsky, Andre Vltcheck
On Western Terrorism
From Hiroshima to Drone Warfare
Pluto Press, London 2013, 192 Seiten, 16,99 Euro

Noam Chomsky und Andre Vltcheck sprechen über Verletzungen der Menschen- und Völkerrechte durch die USA und den Westen. Das wirkt deprimierend, lässt aber Zeichen der Hoffnung aufscheinen.

Wir fühlen uns von Terrorismus bedroht und suchen uns davor zu schützen, manchmal  mit fragwürdigen Mitteln. Da erscheint es gar nicht abwegig, an den Terror zu erinnern, der in der Geschichte von uns ausgegangen ist, von uns unterstützt oder geduldet wurde.

Darum geht es den Autoren. Vor dem Hintergrund des Kolonialismus und der Dezimierung indigener Bevölkerungen in Süd- und Nordamerika handelt dieses Buch von den Verbrechen des von den USA angeführten Westens.

Zwei prominente US-Amerikaner – der 85-jährige Linguistikprofessor Noam Chomsky und der 50-jährige Journalist und Filmemacher Andre Vltcheck – führen einen Dialog über die Verstrickung ihres Landes in grobe Verletzungen der Menschen- und Völkerrechte in den vergangenen siebzig Jahren. Auf eine ausführliche Diskussion über die Motive dieser Verbrechen (wie Weltmachtstreben, Kampf um Rohstoffe, Krieg der Kulturen oder das Dogma des liberalen Kapitalismus) lassen sie sich dabei nicht ein.

Das Buch lädt den Leser zur Klärung und Verarbeitung neuerer Geschichte ein. In der Nachkriegszeit konnte man Ähnliches in Deutschland erleben, später in Russland und natürlich auch immer wieder in den Vereinigten Staaten. Dort stand die Auseinandersetzung über den Vietnamkrieg lange im Vordergrund. Dass das Gewissen der Amerikaner angerührt und wach gehalten wurde, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Chomsky und seinen Mitstreitern.

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