„Märkte für die Armen“

Eine neue Initiative will die Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Beschäftigungsförderung verbessern. Die Schweiz, Großbritannien und Schweden haben dafür die Internet-Plattform „Märkte für die Armen“ lanciert.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gehören aus Sicht der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) zu den größten Problemen in ihren Partnerländern. Bei ihren Programmen habe sich die DEZA lange am Privatsektor und kleinen Unternehmen orientiert, erklärt Peter Tschumi, Politikberater für Arbeit und Einkommen bei der DEZA. Um die am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen besser zu erreichen, sei der Fokus nun auf weitere Akteure erweitert worden.

Autorin

Viera Malach

arbeitet für die Presseagentur InfoSüd.

So habe eine gemeinsame Studie mit der Internationalen Arbeitsorganisation ILO in Uganda gezeigt, dass auch Lokalradios eine Rolle spielen. „Dass Medien ein Marktfaktor sind, wäre beim traditionellen Ansatz möglicherweise übersehen worden“, sagt Tschumi. Sowohl Bauern als auch Händler nutzten die über Radio verbreiteten Informationen über Marktpreise, was die Einnahmen beider Gruppen verbessere.

Wichtig sei auch, Marktchancen von Familienbetrieben auszuloten und neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Als Beispiel nennt Tschumi das Projekt Katalyst in Bangladesch, das die DEZA angestoßen hat und das heute von mehreren Gebern unterstützt wird.

Gefördert wurde unter anderem die Fischzucht: Kleinere Farmer konnten Teiche anlegen und ausbauen und zur Pflege der Fischbrut Leute anstellen. Die Kleinfische werden an Futtermittelproduzenten verkauft, zudem wurden neue Fischsorten gezüchtet. Das Projekt habe entlang der Wertschöpfungskette landesweit rund 180.000 Arbeitsplätze geschaffen und über 730 Millionen Dollar zusätzliches Einkommen generiert, berichtet Tschumi.

Diese und zahlreiche andere Initiativen für Arbeit und Einkommen stellt die Internet-Plattform „Märkte für die Armen“ (www.m4phub.org) vor. Sie richtet sich an Entscheidungsträger und Praktiker im Norden wie im Süden. Die Plattform geht auf eine gemeinsame Initiative der DEZA sowie der britischen Entwicklungsagentur DfID und der schwedischen Agentur SIDA zurück. Seit Februar ist sie online; die ILO und das UN-Entwicklungsprogramm haben Unterstützung zugesagt.

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