Schöner spenden

Männer! Immer brauchen sie irgendetwas zum Spielen. Und bei Männern, die mit dem Militär zu tun haben, muss es immer gleich das Allerneueste und Beste sein. Zum Beispiel die Aufklärungsdrohne „Euro-Hawk“, die sich die Bundeswehr von der Industrie hat aufschwatzen lassen, ohne vorher das Kleingedruckte zu lesen. Da stand, dass der unbemannte Vogel Flugzeugen nicht automatisch ausweichen kann und über Deutschland deshalb gar nicht fliegen darf. Zu dumm. Immerhin, so der Verteidigungsminister, habe man jetzt die schöne Überwachungstechnik, die eigentlich in die Drohne eingebaut werden sollte.

Das überzeugt nicht, Herr de Maizière. Schauen Sie lieber mal, was andere Männer mit ihrem Spieltrieb machen. Die Jungs von der US-Firma Matternet zum Beispiel wollen mit Hilfe kleiner Modellbaudrohnen die Transportprobleme in Afrika lösen: Vollautomatische Minihubschrauber sollen in dünn besiedelten Gegenden ohne Straßen von Dorf zu Dorf fliegen und wichtige Dinge hin und her transportieren. Medikamente zum Beispiel. Oder des Bauern Gemüse zum nächsten Markt. Leider fliegen die Dinger nur zehn Kilometer weit, dann muss der Akku neu geladen werden. Und bekanntlich steht es in Afrika da, wo es keine Straßen gibt, auch mit der Stromversorgung meist nicht zum Besten.

Also, Herr Verteidigungsminister: Spenden Sie die für die Bundeswehr bestellten „Euro-Hawks“ für diesen Zweck. Sie fliegen schön weit und können viel mehr tragen als die Plastikhubschrauber von Matternet. Und sprechen Sie auch mit unseren amerikanischen Freunden. Vielleicht finden die ebenfalls Gefallen an der Idee und verbessern in Afrika das schlechte Image ihrer Killerdrohnen. Wo sich Raketen dranmontieren lassen, kann man doch sicher auch Salatgurken oder Maiskolben befestigen. 

erschienen in Ausgabe 7 / 2013: Neues Wissen im Blick

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