Investmentfonds mit entwicklungspolitischem Anspruch

Die verbreitete Haltung „Finanzkrise war gestern“ ignoriere die dramatische Lage, in die viele arme Länder im Zuge der Finanzkrise geraten sind, sagte die Direktorin von „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel bei der Vorstellung des Fonds in Berlin. Dem wolle man entgegenwirken. Der Fonds strebe nicht nur eine ökologisch korrekte und nachhaltige Geldanlage an, wie dies bereits viele andere versprechen, sondern ziele weit darüber hinaus. Mittels strenger Kriterien bei der Zusammensetzung des Fonds sollen auch Menschenrechtsfragen, die Verbesserung der Lage der Armen, besonders der Frauen, nachhaltige Unternehmens- sowie gute Regierungsführung, die Honorierung indigenen Wissens und anderes berücksichtigt werden – gemäß den „ökumenischen Werten Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“, so Füllkrug-Weitzel.

Gemanagt wird der neue Fonds von der Fondsgesellschaft Union Investment. Am Markt platziert wird er von der GLS-Bank und der evangelischen KD-Bank. Ein eigens gegründeter Ausschuss, dem die frühere Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul vorsitzt und in dem auch „Brot für die Welt“ und Südwind vertreten sind, wacht darüber, dass bei der Aufnahme von Wertpapieren ins Portfolio die Kriterien eingehalten werden. Schwerpunkt sind mit 70 Prozent Rentenpapiere, etwa Staats- und Unternehmensanleihen. Der Aktienanteil soll 20 Prozent betragen, ein Anteil von 10 Prozent ist für Mikrokreditfonds reserviert, die sich entwicklungsfördernd engagieren. Ein Ertrag für die Anleger wird angestrebt, aber nicht in bestimmter Höhe versprochen. Denn, so Thomas Jorberg von der GLS-Bank: „Es geht nicht nur um Rendite, es geht auch um Verantwortung.“ (di)

 

erschienen in Ausgabe 4 / 2010: Globale Eliten - Von Reichtum und Einfluss