Deutsche Unternehmen
Maria Klatte (links) leitet die Abteilung Afrika und Naher Osten beim katholischen Hilfswerk Misereor in Aachen. Christoph Kannengießer (rechts) ist seit 2012 Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft in Berlin. Das Gespräch moderiert Bernd Ludermann, Chefredakteur von „welt-sichten“ (Mitte).
Deutsche Unternehmen

„Investitionen müssen der lokalen Wirtschaft nutzen“

Was hilft es Afrika, Geschäfte deutscher Unternehmen dort zu fördern? Ein Streitgespräch

Herr Kannengießer, der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft fordert einen Fonds, aus dem deutsche Investitionen in Afrika gefördert werden. Ist das ein sinnvolles Mittel der Entwicklungspolitik?
Kannengießer: Wir fordern das nicht, sondern wir schlagen einen Fonds für Entwicklungsinvestitionen vor. Die Bundesregierung wünscht, dass deutsche Unternehmen mehr in Afrika investieren und dort Arbeitsplätze schaffen. Aber Afrika wird kurzfristig und von allein nicht für deutsche Investitionen in größeren Dimensionen attraktiv. Wenn man die will, muss man überlegen, wie man Risiken und Hürden dafür abbauen kann. Darum geht es uns.

Werden Investitionen, die sich lohnen, nicht auch ohne Förderung getätigt?
Kannengießer: So einfach sind Entscheidungen nicht, Kapital mit unsicherer Aussicht auf Verzinsung einzusetzen. In einem Schwellen- oder Entwicklungsland sind die Vorlaufkosten und das Risiko höher als in einem Industrieland und es ist oft fraglich, ob der Unternehmer dafür einen Bankkredit bekommt. Der Fonds soll helfen, solche Hürden zu überwinden. 

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erschienen in Ausgabe 10 / 2018: Privates Geld gesucht

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