Flüchtlingsgefängnisse in Indonesien
Hinter Gittern dank der ­Finanzhilfe aus Australien: Migranten aus ­Myanmar werden 2013 in einer Haftanstalt für Flüchtlinge in der indonesischen Stadt Medan fest­gehalten.  
Flüchtlingsgefängnisse in Indonesien

Flucht in den Knast

Lange wurden Flüchtlinge, die über Indonesien nach Australien wollten, in dem südostasiatischen Land eingesperrt. Jetzt soll das anders werden – und manche Geflüchtete wollen ins Gefängnis.

Ein ungewohntes Bild bot sich Ende Februar 2018 am Flüchtlingsgefängnis Kalideres im gleichnamigen Stadtteil von Jakarta. Dort wollte ich mich, wie mehrmals in den Jahren zuvor, über den Zustand der Gefangenen informieren, nicht zuletzt da Kalideres notorisch überfüllt ist. Doch nun war alles anders: Schon von weitem sah man rund 300 Menschen in notdürftigen Zelten und unter Planen auf dem Gehweg vor dem Gefängnis ausharren. Sie warten dort seit nunmehr neun Monaten darauf, von den indonesischen Behörden eingesperrt zu werden.

Diese absurd anmutende Situation ist Teil der indonesischen Flüchtlingspolitik, zu der es seit Mitte der 2000er Jahre verstärkt gehört, Flüchtlinge in besonderen Gefängnissen einzusperren. Diese Haftanstalten wurden lange von Australien mitfinanziert, um Flüchtlinge von der Weiterreise nach Australien abzuhalten.

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erschienen in Ausgabe 11 / 2018: Eingebuchtet

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