Rebellen in Thailand
Die Polizei findet ein Bild der Verwüstung: Ein Bombenanschlag mit einem Motorrad hat im Januar in der Provinz Yala drei Menschen getötet und viele verletzt.
Rebellen in Thailand

Spirale des Schreckens

Seit Jahrzehnten kämpfen in Thailands Süden muslimische Rebellen für einen eigenen Staat. Der Konflikt wird international kaum beachtet – das freut die in Bangkok regierende Militärjunta.

Auf einem Markt in Thailands südlicher Provinz Yala explodiert im Januar eine Bombe, tötet drei Menschen und verletzt mehr als zwanzig. Mitte August werden in der Provinz Narathiwat eine Frau und ihre Tochter erschossen, als sie mit dem Motorrad von einem lokalen Markt nach Hause fahren. Ende August werden auf einem Nachtmarkt in der Provinz Pattani ein Mann und eine Frau getötet, während zur selben Zeit maskierte Bewaffnete in Yala Lastwagen und Büroräume eines regionalen Elektrizitätswerkes in Brand setzen.

Was sich wie eine Chronologie des Schreckens liest, ist fast alltäglich in Thailands muslimischem Süden, wo Rebellenorganisationen für Unabhängigkeit vom buddhistischen Zentralstaat kämpfen. Die Ursache des Konflikts liegt lange zurück. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts okkupierte das damalige Königreich Siam das Sultanat Patani, das unter anderem die drei heutigen thailändischen Provinzen Yala, Pattani und Narathiwat umfasste.

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erschienen in Ausgabe 11 / 2018: Eingebuchtet

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