Quinoa
Quinoa-Ernte in der Nähe der bolivianischen Kleinstadt Challapata. Peru und Bolivien sind Weltmarktführer beim Anbau des Korns.  
Quinoa

Der Aufstieg zum Wunderkorn

Quinoa ist vom unbekannten Getreide zum weltweit gefeierten Superfood geworden. Bauern in den Anden profitieren davon – noch.

Versteckt hinter einem Gemüsestand bietet Doña Ceferina in Juliaca ihren traditionellen Pesque an. Mit einer großen Holzkelle schöpft sie einen weiß-gelben Brei aus dem Topf, schüttet etwas kalte Milch dazu und reibt Käse darüber. Die Gäste der Straßenküche sitzen auf kleinen Holzschemeln um den Topf. „Das macht vier Soles“, mit diesen Worten reicht sie den Teller. Pesque, ein Brei aus Quinoa und Milch, ist für Kinder in Peru und Bolivien das, was deutsche Kinder als Grießbrei essen. Seit Jahrhunderten wird er auf der Hochebene rund um den Titicacasee als nahrhaftes Frühstück oder einfaches Mittagessen serviert.

Inzwischen gibt es Quinoa nicht mehr nur auf dem Markt in Juliaca. Das Getreide aus den Anden ist zum weltweit gefragten Superfood aufgestiegen. Die kleinen weißen, roten oder schwarzen Körnchen waren schon bei den alten Inka hochgeschätzt als „chisaya mama“, Mutterkorn. Sie enthalten eine Vielzahl von Nährstoffen, besonders viel Eiweiß, Magnesium und Phosphor, und sind im Anbau besonders widerstandsfähig.

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erschienen in Ausgabe 12 / 2018: Mehr als Reis und Weizen

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