Schweizer Unternehmen Triumph in Asien unter Druck

In Thailand und auf den Philippinen steht der Schweizer Unterwäsche-Hersteller Triumph in der Kritik: Näherinnen protestieren gegen Massenentlassungen. Der Protest erregt nicht zuletzt deshalb Aufsehen, weil die Gewerkschaften der beiden Länder an einem Strang ziehen.

Die thailändischen und philippinischen Gewerkschaften haben angekündigt, gemeinsam in Hongkong vor dem asiatischen Hauptsitz von Triumph zu protestieren. Im Juli hatten sie nach wochenlangen Mahnwachen vor den Fabriken beschlossen, den Protest vor die Schweizer Botschaften zu tragen. In Bangkok demonstrierten am 24. Juli rund tausend Personen vor der Vertretung der Schweiz.

Triumph setzt in Thailand und auf den Philippinen insgesamt über 3600 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen auf die Straße. Die Triumph-Tochterfirma Body Fashion Thailand kündigte im Juni an, per Ende August rund 2000 Näherinnen zu entlassen. Auf den Philippinen verlieren 1660 Mitarbeiterinnen den Job, weil die Fabriken Triumph International Philippines und Star Performance geschlossen werden sollen.

Die Gewerkschaften und die entwicklungspolitische Organisation „Erklärung von Bern“ (EvB) werfen dem Unternehmen „systematische Einschüchterung von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern vor“. Es sei auffällig, dass ausschließlich gewerkschaftlich gut organisierte Fabriken betroffen seien, gibt Christa Luginbühl von der EvB zu bedenken. Eine „gewerkschaftsfreie“ thailändische Fabrik habe Triumph International kürzlich sogar ausgebaut.

Triumph weist die Vorwürfe zurück. Die Gewerkschaftsmitgliedschaft habe bei den Entlassungen keine Rolle gespielt, hält der Konzern fest. Den Abbau begründet er mit der Rezession: Die Umsätze seien eingebrochen, sowohl bei den Handelspartnern als auch beim Endverbraucher. Die Entlassungen seien Teil eines globalen Restrukturierungsprogramms.

Die thailändischen und philippinischen Gewerkschaften schrei­ben in einer gemeinsamen Mitteilung, Trimph plane die Verlagerung von Arbeitsplätzen in die Billiglohnländer Vietnam und China. Sie rufen das Unternehmen dazu auf, den Prozess zu stoppen und die Repressionen gegen Gewerkschaftsmitglieder einzustellen.

Für Christa Luginbühl von der „Erklärung von Bern“ spiegelt die Kooperation der Gewerkschaften einen zunehmenden Trend: „Gewerkschaften „konzentrieren sich nicht nur auf die Situation in ihrem Land, sondern betrachten die globale Strategie von Unternehmen“. Sie sieht darin eine Chance im Kampf für faire Arbeitsbedingungen. „Die Konzerne sehen sich plötzlich mit gewerkschaftlichen Netzwerken konfrontiert. Es wird immer schwieriger, die Arbeitnehmer verschiedener Länder gegeneinander auszuspielen.“

Triumph hat weltweit über 44.000 Mitarbeitende und erzielte 2008 einen Umsatz von 2,4 Milliarden Franken (rund 1,58 Mrd. Euro). Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz ist im Besitz von zwei deutschen Familien. Zu den Kernmarken gehören neben Triumph auch Sloggi, Valisère und HOM. In Asien war das Unternehmen wiederholt in Arbeitskonflikte verwickelt. (Charlotte Walser, InfoSüd)

erschienen in Ausgabe 9 / 2009: Medien: Die heiße Ware Information