Schwarze Kassen in El Salvador
Antonio Saca (vorne), der frühere Präsident El Salvadors, und seine Verbündeten haben über Jahre Geld aus der Staatskasse abgezweigt. 2018 kommt er vor Gericht und wird zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.  
Schwarze Kassen in El Salvador

Die Präsidenten bedienen sich selbst

Mehrere Staatschefs von El Salvador haben schwarze Kassen mit hunderten Millionen US-Dollar unterhalten. Der Rechnungshof hat weggeschaut.

Antonio Saca ist wohl der einzige ehemalige Präsident der neueren Geschichte, der im Frack verhaaftet und so ins Gefängnis gebracht wurde. Seine Verwandten mussten ihm als Erstes neue Kleider bringen, T-Shirts und bequeme Hosen. Es ist heiß in El Salvador, und die Gefängnisse verfügen über keine Klimaanlagen.

Es geschah am 30. Oktober 2016. Sacas Sohn feierte seine Hochzeit. Der ehemalige Präsident, der El Salvador von 2004 bis 2009 regiert hatte, konnte gerade noch einen Trinkspruch auf das frisch vermählte Paar ausbringen und einmal mit seiner Gattin tanzen, dann kam die Polizei mit großem Aufgebot. Zusammen mit Saca wurden zwei seiner einst engsten Mitarbeiter verhaftet. Zwei Jahre später wurde er zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Strafe fiel deshalb verhältnismäßig niedrig aus, weil Saca die ihm vorgeworfenen Delikte – Unterschlagung und Geldwäsche von 301 Millionen US-Dollar – eingestanden und dem Gericht erzählt hatte, wie diese Straftaten begangen worden waren. Ohne dieses umfassende Geständnis wäre auch eine drei Mal so lange Haftstrafe möglich gewesen.

...

erschienen in Ausgabe 10 / 2019: Ab in die Steueroase

Neuen Kommentar schreiben