Mentale Gesundheit
 Flora Samba ist die einzige klinische Psychologin der Zentralafrikanischen Republik. Hier leiden viele Bürger unter Kriegstraumata.

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Mentale Gesundheit

„Hier denkt man, Psycho­logie sei für Verrückte“

Flora Samba ist aus Kanada in die Zentralafrikanische Republik zurückgekehrt, um traumatisierten Menschen zu helfen.

Stell dir vor, du siehst einen sehr grausamen Film und dann erkennst du: Du steckst mittendrin. Du siehst zu, wie deine Kinder vergewaltigt werden, du siehst zu, wie dein Haus in Brand gesteckt wird.“ In dickem französischem Akzent beschreibt Flora Samba die Gräuel in ihrer Heimat – oder, wie sie die Bürgerkriegsjahre nennt: „Den Albtraum von Zentralafrika“. Samba, 43, ist die einzige klinische Psychologin in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR). Für die Tatsache, dass sie für fast fünf Millionen Einwohner zuständig ist, von denen die meisten unter Kriegstraumata leiden, findet sie nur ein Wort: „Bizarr“. 

Nach dem Sturz von Präsident François Bozize 2013 war die Zentralafrikanische Republik Schauplatz eines religiös motivierten Bürgerkriegs zwischen christlichen und muslimischen Milizen. Seitdem fand die ehemalige französische Kolonie wieder zu brüchiger Stabilität zurück. Doch immer noch kontrollieren bewaffnete Gruppen etliche Teile des Landes. 680.000 Zentralafrikaner sind als Binnenvertriebene auf der Flucht. Fast genauso viele flohen ins Ausland. Unterdessen ist die Angst groß, dass der Konflikt erneut aufflammt. 

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erschienen in Ausgabe 2 / 2021: Gesundheit weltweit schützen

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