Theologie und Entwicklung
 Osterprozession in einem Dorf im Südsudan 2017. Die Kirchen haben in dem jungen Staat großen Einfluss.

Paul Jeffrey/kairosphoto.com/ACT ALLIANCE

Theologie und Entwicklung

Wo Nachwuchs-Idealisten ausgebildet werden 

Im neuen Studiengang „Theologie und globale Entwicklung“ in Aachen vermitteln Dozenten aus kirchlichen Hilfswerken Praxiserfahrung. Nicht zuletzt lernt man, warum Religion in der Entwicklungszusammenarbeit so wichtig ist.

Mit dem neuen Studiengang haben die Initiatoren wohl eine Marktlücke entdeckt. Oder wie es Markus Büker formuliert: „Wir haben eine Antwort auf eine Suchbewegung gegeben.“ Denn ähnlich wie bei Fridays for Future suchen die jungen Menschen – hauptsächlich Frauen –, die „Theologie und globale Entwicklung“ studieren, nach einer globalen Perspektive, meint Büker. Er ist bei Misereor Co-Leiter der Lateinamerika-Abteilung und Referent für theologische Grundfragen in der Entwicklungszusammenarbeit sowie Dozent und Mitbegründer des Studiengangs. Die Studentinnen treibt an, dass „es so viel Ungerechtigkeit in dieser Welt gibt“ und „etwas mit unserem Lebensstil nicht stimmt“, sagt er. „Sie wollen wissen, wie die Welt besser werden könnte.“ Vielleicht trägt ja der Studiengang, der seit dem Wintersemester 2017/18 an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule   (RWTH) in Aachen angeboten wird, dazu bei. Zumindest sind alle, die sich für diesen Master entscheiden und dort unterrichten, Idealisten. Das sagen Studierende und Dozenten gleichermaßen. 

Die Idee für den interdisziplinären Studiengang hatten die beiden damaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter am Institut für Katholische Theologie, Patrick Becker und Steffen Jöris: Jöris brachte nach einem Australien-Aufenthalt die im angelsächsischen Bereich verbreitete Idee der „development studies“ mit und Becker strickte daraus ein für deutsche Theologie kompatibles Modulkonzept. Unterstützt wurden sie dabei von ihrem damaligen Professor Ulrich Lüke. Die Türen der Uni, die sich den Slogan „Meeting Global Challenges“ (Begegne globalen Herausforderungen) verpasst hat, seien ebenso offen gewesen wie die der in Aachen ansässigen kirchlichen Hilfswerke Misereor und Missio, sagt Patrick Becker, der inzwischen der Studiengangskoordinator und Dozent für systematische Theologie ist. Die Werke hätten die Chance gesehen, „den Nachwuchs früher packen zu können“. 

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erschienen in Ausgabe 7 / 2021: Entwicklung wohin?

Kommentare

Spannend dieser Bericht in der Tat! Doch weshalb wird von 'Idealisten' und 'Studenten' geschrieben, wenn die Portraitierten beide Frauen sind? Und 'die KIrche' ist wenn schon denn schon Arbeitgeberin und nicht 'Arbeitgeber'!

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