Burkina Faso
 Aufforstung wird in Burkina Faso mit Armutsbekämpfung verbunden: Ein kleiner Wasserspeicher macht für das Dorf Tinkaglega das ganze Jahr Wasser verfügbar.

Patrick Tombola

Burkina Faso

Grüne Mauer mit langen Lücken

Das Projekt der „Großen grünen Mauer“ soll die Sahelzone begrünen. Das Vorhaben schleppt sich dahin, auch weil die lokale Bevölkerung zu wenig einbezogen ist. 

Vor 15 Jahren war hier noch alles von Wald bedeckt, alle möglichen Tiere lebten hier“, erinnert sich Diallo Amidou Hama. Er lebt in Wemdou, einem kleinen Dorf in Burkina Faso, mitten im Sahel. Seine ausgetretenen Sandalen klappern auf dem trockenen Boden. „Jetzt ist das alles weg. Erst kam der Wassermangel, dann haben vor drei Jahren Flüchtlinge, die aus anderen Teilen des Landes kamen, die letzten Bäume verfeuert. Wir haben hier wirklich Probleme.“ Starke Regenfälle, anhaltende Dürren, Erdrutsche, Wald- und Buschbrände prägen zwar rund um die Welt die Schlagzeilen. Aber nirgendwo wirken sie sich so verheerend aus wie im Sahelstreifen, der sich von der Sahara im Norden bis zur sudanesischen Steppe im Süden erstreckt. Der Klimawandel schlägt hier bereits unerbittlich zu.

In manchen Gebieten kamen die Veränderungen so schnell, dass die Menschen ihr Leben innerhalb weniger Jahre völlig umstellen mussten. Manchmal blieb ihnen keine andere Wahl, als wegzuziehen. Aus dem allgemeinen Drang, dieser Entwicklung entgegenzusteuern, entstand das Projekt Great Green Wall (GGW), auch Afrikas Grüne Mauer genannt. Von Anfang an ging es den Beteiligten darum, einen 15 Kilometer breiten und 8000 Kilometer langen Waldgürtel zu schaffen, der sich bis zum Jahr 2030 vom Senegal bis nach Dschibuti erstrecken sollte. Damit, so die Berechnungen, könnten 250 Millionen Tonnen CO2 gebunden und zehn Millionen Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten geschaffen werden. 

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erschienen in Ausgabe 11 / 2021: Leben im Dorf

Kommentare

Das ganze Geheimnis des Erfolgs ist, dass die vor Ort befindliche Bevölkerung einbezogen werden muss. Denn sie müssen die Motivation zur Mitarbeit haben und dürfen dann auch profitieren. Nehmen wir den Moringabaum, dessen Blätter wie Salat gegessen werden können und die extrem gesund sind. Nur mit Bildung kann die Bevölkerung zur Mitarbeit gewonnen werden. An Schatten sind Menschen und Tiere interessiert, und tatsächlich ging es mir bei meinem Projekt um eine großflâchige Bodenbeschattung mit dem Ziel, den Grund-wasserspiegel so zu erhöhen, dass Agro-foresting möglich wird. Leider gab es damals kein Geld. Und heute sehe ich viele Fehler, so dass ein Teil des Geldes verplempert wird.

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