Schweizer Sufosec
Schweizer Sufosec

Gemeinsam gegen den Hunger

Vor gut zwei Jahren hat sich in der Schweiz die Allianz Sufosec gegründet, ein Zusammenschluss von sechs Schweizer Organisationen mit dem gemeinsamen Ziel, den Hunger zu bekämpfen. Was bringt die Kooperation?

Zu Sufosec (Sustainable food systems and empowered communities) gehören Fastenaktion, Swissaid, Aqua Alimenta, Vivamos Mejor, Skat Foundation und Vétérinaires Sans Frontières Suisse. Es sei sinnvoll, Ressourcen zu bündeln, sagt Sandrine Cottier, Leiterin der Abteilung Programmentwicklung bei Fastenaktion. So könnten die beteiligten Organisationen besser auf steigende Anforderungen der Geldgeber etwa bei Projektanträgen oder beim Risikomanagement reagieren und sich zugleich mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen ergänzen. Während zum Beispiel große Organisationen wie Fastenaktion und Swissaid einen höheren Professionalisierungsgrad böten, seien die kleinen agiler, wenn es darum gehe, Neues auszuprobieren, sagt Cottier.

Die Gründung der neuen Allianz vor zwei Jahren ging auf eine Entscheidung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) im Jahr 2019 zurück. Die staatliche Agentur reduzierte damals die Beiträge des Bundes an einzelne Organisationen und erhöhte sie gleichzeitig für NGO-Allianzen. Damit sollten neue, insbesondere kleinere Organisationen Zugang zu Bundesgeldern erhalten, begründete die DEZA den Entscheid. Bis dahin hatten vor allem große Hilfsorganisationen Bundesmittel erhalten.

Die Sufosec-Mitglieder arbeiten in den zehn gemeinsamen Projektländern vor allem in den drei Kernthemen Agrarökologie, Lokalisierung der Hilfe und der Kombination von Nothilfe, Friedens- und Entwicklungsarbeit (Nexus) zusammen. „Aktuell ist eine gemeinsame Programmevaluation in Kolumbien geplant, um herauszufinden, wo am meisten Potenzial für Synergien liegt“, sagt Cottier und nennt ein weiteres Beispiel: Fastenaktion engagiere sich stark in der Agrarökologie, habe aber wenig Kompetenzen in Bewässerungstechniken. Nun soll das Sufosec-Mitglied Aqua Alimenta in zwei Projekten in Guatemala das nötige Fachwissen einbringen. „Es war aufwendig, sich auf gemeinsame Ziele zu einigen und Lernfelder herauszuarbeiten“, räumt Cottier ein. Doch nun ernte man erste Früchte.

Ihr erstes großes, gemeinsames Projekt präsentierte die Allianz anlässlich des Welternährungstages 2022: den „Globalen Ernährungsbericht“, eine Übersicht zur Ernährungslage in 16 Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika. Dafür haben die Mitglieder rund 14.000 Haushalte in den 16 Ländern befragt. Das Ergebnis: Einer von vier Haushalten dort ist von Hunger betroffen und zwei von drei Haushalten haben nur eingeschränkten Zugang zu Nahrung. Betroffen sind demnach vor allem Frauen: Sie verzichteten als Erste auf Essen, wenn die Lebensmittel knapp werden, sagt Christa Suter, die bei Fastenaktion für Agrarökologie verantwortlich ist, in einem Interview zum Bericht auf der Website. Laut dem Bericht versprechen agrarökologische Methoden und die Förderung lokaler Ernährungssysteme den meisten Erfolg im Kampf gegen Hunger.

Am Ende des Berichts zieht die Allianz eine vorläufige Bilanz des gemeinsamen Ziels, in den insgesamt 27 Projektländern bis zum Jahr 2024 Mangelernährung und Hunger zu reduzieren. Sufosec habe erreicht, dass jährlich 52.000 Familien erstmals agrarökologische Methoden anwenden und so ihre Ernährung verbessert haben. Rechnerisch seien auf diese Weise jährlich bis zu 8300 Familien in die Lage versetzt worden, sich ausreichend und gesund zu ernähren.

erschienen in Ausgabe 12 / 2022: Schlaue Maschinen

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