Heft 12 / 2022Zum Archiv 2022
Schlaue Maschinen
Künstliche Intelligenz ist auf Smartphones unser ständiger Begleiter, in sozialen Netzwerken verbreitet sie Desinformation, sie wird zur Überwachung und beim Militär eingesetzt. Welche Regeln braucht es, damit uns KI mehr nützt als schadet? Welche billigen Arbeitskräfte liefern die Daten für maschinelles Lernen? Und wie verbessert KI in Bangladesch den Flutschutz?
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Künstliche Intelligenz

Heftschwerpunkt

Technologiesektor in Kenia Alex Magu bringt Kinder zum Tüfteln
Als Schüler hat sich Alex Magu selbst das Programmieren beigebracht, konnte dann aber nicht Informatik studieren. Jetzt führt er junge Kenianerinnen und Kenianer an Roboter und KI-Programme heran. Sein Zentrum für Technik, Wissenschaft und Mathematik hilft auch Start-ups auf die Beine.
Cloudworker Die unsichtbaren Maschinenlehrer
Millionen Menschen in Entwicklungsländern haben von Ferne geholfen, selbst­lernende Maschinen überhaupt erst intelligent zu machen. Vom Profit bekommen sie kaum etwas ab und drohen nun noch überflüssig zu werden.
Chancen und Risiken von KI Die zwei Gesichter der künstlichen Intelligenz
Lernende Maschinen unterstützen humanitäre Helfer, steuern Waffen, überwachen öffentliche Räume und beeinflussen politische Debatten. Der Mensch muss Regeln für den Gebrauch der Technologie schaffen, damit sie ihm nutzt und nicht schadet.
Künstliche Intelligenz Hier spricht die KI
Einfache Service-Auskünfte geben kann heute jede halbwegs gebildete künstliche Intelligenz. Aber kann man sich mit einer Maschine auch über Klimapolitik, Friedenssicherung und Hunger in Afrika unterhalten? Wir haben es versucht und den Textgenerator GPT-3 der Firma OpenAI zum Gespräch gebeten. Da GPT-3 nur Englisch versteht, haben wir das Interview von der Sprach-KI Deepl ins Deutsche übersetzen lassen.
Sprachprogramme Mit KI das Sterben von Sprachen verzögern
Der Informatiker Arturo Oncevay entwickelt Programme, um indigenen Sprachen neues Leben einzuhauchen Wie bringt man einer künstlichen Intelligenz Sprachen bei, die nur von 40.000 Menschen im Amazonasgebiet gesprochen werden? Im Projekt „Chana“, das von der Katholischen Universität Perus gefördert wird, kümmern sich Linguisten und Programmierer genau darum. 
Überwachungstechnologie Über den Dächern von Hebron
Israel erprobt und verbessert seine in alle Welt exportierte Überwachungstechnologie auf dem Rücken der Palästinenser. Das israelische Militär und die Industrie machen dabei gemeinsame Sache.
Fühwarnsystem in Bangladesch Wo Google die Höhe der Fluten voraussagt
Bangladesch liegt nur knapp über dem Meeresspiegel, Überschwemmungen gehören zum Alltag. Ein mit Hilfe künstlicher Intelligenz entwickeltes ­Frühwarnsystem hilft den Menschen, sich und ihren Besitz besser vor  den Wassermassen zu schützen.

Welt-Blicke

Sudan Aufstand gegen das tägliche Gift
Im Sudan zeichnet sich nach einem blutigen Jahr möglicherweise eine Rückkehr zur Demokratie ab. In der Vergangenheit prägten unerbittliche Proteste das Land, unter anderem gegen die enorme Giftbelastung aus dem Goldbergbau. Aber Kleinbergbau ist auch für viele Menschen ihre Lebensgrundlage.
Tschad Die Herrschaft bleibt in der Familie
Der Übergang zur Demokratie ist im Tschad vorerst gescheitert: Der Sohn des langjährigen Diktators hat seine Macht gefestigt und die Zivilgesellschaft wieder gelähmt. Stabile Verhältnisse dürfte das dem Land aber nicht bringen.
Honduras Mit Kokospalmen gegen das Großkapital
In Honduras streiten Gemeinden der Garífunas um Landflächen, die ihnen rechtlich gesehen gehören. In Vallecito haben sie ein Widerstandsdorf geschaffen, das traditionelle Formen der Landnutzung wiederbelebt.
Textilsiegel Streit über den Grünen Knopf 2.0
Das Siegel des Bundesentwicklungsministeriums für nachhaltige Produktion in der Textilindustrie, der Grüne Knopf, ist überarbeitet worden. Einige Anforderungen an Unternehmen sind jetzt strenger; Kritikerinnen finden sie dennoch zu lasch. 

Standpunkte

Erderhitzung Der Klimagipfel der Illusionen
Der UN-Klimagipfel hat wenig gebracht, kommentiert Bernd Ludermann. Der Entschädigungsfonds ist bisher nur eine symbolische Anerkennung für Forderungen aus dem Süden.
Bundeswehreinsatz Mehr zivile Hilfe für Mali!
Anfang 2024 soll der letzte Bundeswehrsoldat Mali verlassen haben. Annalena Baerbock hat für den Verbleib plädiert. Ihre Argumente sind fragwürdig, kommentiert Tillmann Elliesen.
Reife Leistung Syrien als Urlaubsziel
Vlogger und Influencer beschreiben, warum Syrien eine Reise Wert ist. Warum dann eigentlich nicht auch Besuche bei Rebellen im Ostkongo oder bei Gangs in Haiti? Unsere Glosse.
Wahlen in Kenia Wird Kenia zum Vorbild für gute Wahltechnik?
Kenias Wahlen waren relativ friedlich. Das liegt auch an digitaler Kontrolle, sagt Andrew Crawford vom GIGA-Institut.
Energie Woher kommt die Energie
Ein Überblick
Brasilien „Lulas Politik muss wohlwollend überwacht werden“
Nach den Wahlen in Brasilien sortiert sich dort die Zivilgesellschaft neu. Präsident Jair Bolsonaro hat viel kaputt gemacht, unter seinem Nachfolger Lula da Silva können Weichen neu gestellt werden – auch in der deutsch-brasilianischen Entwicklungszusammenarbeit.

Bewegungsmelder

Fünf Fragen "Die Gesellschaft ist von Gewalt geprägt"
André de la Chaux wirkt als Medienpädagoge im Friedensdienst in Südostasien. Er berichtet über seine Erfahrungen in Timor Leste.
Herausgeberkolumne Ohne Berichterstattung keine Hilfe
Das Weltbild in den meisten Medien blendet den globalen Süden aus. Damit sich die Probleme der Welt lösen lassen, muss sich das ändern.

Journal

Mikrokredite BMZ-Studie zu Mikrokrediten in Kambodscha
Schon länger werden Mikrokredite von Menschenrechtlern kritisiert. Die Bundesregierung hat die Lage in Kambodscha untersuchen lassen. Das Ergebnis: Auch sie sieht Probleme, weist pauschale Kritik aber zurück.
Kirche und Ökumene Damit die Jugend in Afrika bleibt
Über 2000 junge Menschen aus ganz Afrika kamen Anfang November zum ersten internationalen Jugendkongress nach Ghana, um gemeinsam Perspektiven für ihre Generation auf dem Kontinent zu entwickeln.
Kleinbauern Enttäuschende Agrarallianz für Afrika
Die umstrittene „Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA)“ nennt sich jetzt „Sustainably Growing Africa‘s Food Systems“. Doch die Kritik an ihr reißt nicht ab.
Schweizer Sufosec Gemeinsam gegen den Hunger
Vor gut zwei Jahren hat sich in der Schweiz die Allianz Sufosec gegründet, ein Zusammenschluss von sechs Schweizer Organisationen mit dem gemeinsamen Ziel, den Hunger zu bekämpfen. Was bringt die Kooperation?
Südafrika Herber Rückschlag für die EU-AKP-Partnerschaft
Südafrika hat seinen Austritt aus der Organisation Afrikanischer, Karibischer und Pazifischer Staaten angekündigt. Das stellt die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen dieser Gruppe und der Europäischen Union einmal mehr in Frage.
Kirche und Ökumene Indien weist eine deutsche Kirchendelegation aus
Ende Oktober haben indische Behörden eine Delegation der Gossner Mission und des Kirchenkreises Emden-Leer des Landes verwiesen. Ihnen wird vorgeworfen, an missionarischen Veranstaltungen teilgenommen zu haben.
Global lokal Skepsis gegenüber dem Ansatz der Klimaneutralität
Klimaschutzgesetze der Bundesländer verpflichten Stadtverwaltungen zunehmend, klimaneutral zu werden. Das stellt auch die kommunale Eine-Welt-Arbeit vor praktische Probleme. Aus der Zivilgesellschaft kommen zudem grundsätzliche Einwände.
Rohstoffe Weniger Bergbau, mehr Recycling
Die Bundesregierung will die Abhängigkeit Deutschlands von wenigen Rohstofflieferanten reduzieren und neue Zulieferer suchen. Aus Sicht der Zivilgesellschaft geht das in die falsche Richtung.
Personalia Wer, wo, was?
Detlev Knoche ist neuer Vorsitzender der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) und Martin Bröckelmann-Simon neue Ombudsperson des katholischen Sozialverbands Kolping International. Unsere Personalmeldungen im Dezember.
Österreich Wien will schneller einbürgern
Rund ein Drittel der Wiener Bevölkerung besitzt keine österreichische Staatsbürgerschaft. Die sozialdemokratische SPÖ will das ändern – und provoziert damit teils hysterische Kritik.
Schweizer Entwicklungspolitik „Ich sehe der Zukunft von Nepal sehr zuversichtlich entgegen“
Seit 63 Jahren ist die Schweiz entwicklungspolitisch mit Nepal verbunden. Elisabeth von Capeller, die Schweizer Botschafterin in Nepal, erläutert das neue Kooperationsprogramm mit dem Land und bilanziert die bisherige Zusammenarbeit.
Weltbank „Klimaschutz und Entwicklung gehören zusammen“
Warum die Weltbank sich stärker um globale Aufgaben kümmern sollte, erläutert BMZ-Abteilungsleiter Jürgen Zattler.