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Fünf Fragen
In West- und Zentralafrika werden mehr als zwei Drittel des Kakaos weltweit angebaut. Nadège Nyozem von der Rainforest Alliance erklärt, worauf zu achten ist, dass dabei der Wald nicht zerstört wird.
privat
Nadège Nyozem ist Senior Director für West- und Zentralafrika bei der Rainforest Alliance. Sie lebt in Kameruns Hauptstadt Yaoundé.
Was beschäftigt Sie?
In West- und Zentralafrika werden 70 Prozent des weltweiten Kakaos angebaut. Ich arbeite mit der Rainforest Alliance daran, ökologische, sozial verträgliche Anbaumethoden zu unterstützen – durch Zertifizierungsprogramme, Schulungen und die Förderung von Rückverfolgbarkeit. Vor allem wollen wir die Lebensbedingungen der Kakaobäuerinnen und -bauern verbessern und Abholzung bekämpfen. Unsere Prämien sollen sie dabei unterstützen, trotz teils extremer Preisschwankungen nachhaltig zu wirtschaften.
Haben Sie selbst im Kakaoanbau gearbeitet?
Das nicht, aber ich habe schon als Kind gern gegärtnert und Dinge angebaut; in unserer Familie war ich sehr früh diejenige, die den Garten gemanagt hat. Mein Onkel war Forstwirtschaftsingenieur und mir ein großes Vorbild. Weil ich in der Schule gut in Mathematik und in den Naturwissenschaften war, empfahl er mir, Forstwirtschaft und Wildlife-Management zu studieren. An der Universität Dschang im Westen Kameruns habe ich dann ein Ingenieurstudium abgeschlossen und später einen Master of Science in Forstwirtschaft in Bangor, Wales.
Wie sind Sie zur Rainforest Alliance gestoßen?
Nach dem Studium in Dschang habe ich ein Jahr lang als freiberufliche Juniorberaterin für Unternehmen gearbeitet, die Weltbank-Studien zu Steuern und Gebühren im Forstsektor in Kamerun durchführten. Danach war ich elf Jahre lang Beraterin für den Bereich Waldwirtschaft und Umwelt bei der niederländischen Entwicklungsorganisation SNV. Im Oktober 2014 bin ich dann zur Rainforest Alliance gestoßen. Ich hatte das Gefühl, mich durch deren Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen, die sich zertifizieren lassen, wirksam für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft einsetzen zu können.
Welche Rolle spielt die Förderung von Frauen?
In der west- und zentralafrikanischen Landwirtschaft herrscht strikte Rollenteilung: Auf kommerziellen Kaffee- und Kakaoplantagen arbeiten vor allem Männer, die Nahrungsmittel für den Hausbedarf bauen fast nur Frauen an. Laut FAO könnten landwirtschaftliche Erträge um bis zu 30 Prozent steigen, wenn Frauen denselben Zugang zu Ressourcen hätten wie Männer. In der Kakaoindustrie spielen Frauen eine entscheidende Rolle bei der nachhaltigen Landbewirtschaftung und der Erhöhung von Haushaltseinkommen – deshalb wenden wir uns mit einer Reihe von Programmen direkt an sie.
Bauen Sie selbst auch etwas an?
Ja, am Wochenende, in meinem Garten. Da wachsen Zitronengras, Aloe Vera, Mais, Ingwer – und eine ganze Menge Blumen.
Das Gespräch führte Barbara Erbe.

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