Heft 6 / 2009Zum Archiv 2009
Kleidung – Wer zieht uns an?
China hat am meisten von der Öffnung des Weltmarktes für Textilien profitiert. Die Volksrepublik konnte ihren Weltmarktanteil bis 2007 auf 23,5 Prozent ausbauen. Doch zunehmend bestimmen große Handelshäuser den globalen Wettbewerb und diktieren Zulieferer in Süd wie Nord niedrige Preise. Leidtragende sind kleine Produzenten und die Beschäftigten - mit Überstunden und Hungerlöhnen zahlen sie für Kleidung zum Schnäppchenpreis.
Kleidung

Heftschwerpunkt

Afrika braucht das Gebrauchte
Altkleiderimporte verhelfen vielen in Afrika zu Kleidung und einem Einkommen.
Die Mode der Mayas
Was Kleidung im mexikanischen Hochland über die Menschen verrät
Hauptsache schnell und billig
Die meisten Modemarken und Bekleidungshäuser haben sich verpflichtet, in ihren Zulieferbetrieben Mindeststandards bei Löhnen, Arbeitszeit und Mitspracherechten einzuhalten. Die Wirklichkeit sieht in den Textilfabriken im Süden jedoch ganz anders aus. Und die globale Wirtschaftskrise trägt dazu bei, die Arbeitsbedingungen weiter zu verschlechtern. Dennoch gibt es Unternehmen, die gerade in solchen Zeiten ihre soziale Verantwortung hochhalten.
Vormarsch der Giganten
Modische Kleidung ist in Deutschland preiswerter geworden, und die Modelle wechseln immer schneller. Das hängt zusammen mit der Senkung der Handelsschranken im Welttextilhandel. Sie nutzt China und einigen anderen Produzentenländern, während ein Dutzend andere, vor allem Südafrika, verlieren. Und der schärfere globale Wettbewerb, der den Verbrauchern niedrige Preise beschert, geht auf Kosten von Beschäftigten wie kleinen Unternehmen, die dem Preisdiktat großer Händler ausgeliefert sind.
„Baumwolle von Kleinbauern in Afrika ist ökologisch und sozial verträglicher“
Verbraucher können Kleidung verantwortlich einkaufen - ein Gespräch mit Experte Roger Peltzer.

Welt-Blicke

Elf Jahre Schweigen sind genug
An der Universität von Montería beginnt die Auseinandersetzung mit paramilitärischen Kräften
Worte machen nicht satt
Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Acht von zehn Haitianern leben unter der Armutsgrenze. Die Ernährungskrise im vergangenen Jahr hat die Bevölkerung besonders hart getroffen, weil der Karibikstaat einen Großteil seiner Grundnahrungsmittel importieren muss. Internationale Geber haben jetzt Hilfe zugesagt, doch die Mehrheit der Haitianer verlässt sich lieber auf persönliche Beziehungen statt auf ihre Regierung, um zu überleben.
„Wir können den Kindern nur Bildung mitgeben“
Wie eine Bauernfamilie im Südwesten Ugandas ihren Alltag meistert

Standpunkte

Die Denkrichtung ändern
Bei der Grünen Gentechnik führt eine reine Technologie-Debatte nicht weiter
Kein Ersatz für die Vereinten Nationen
Nur die Weltorganisation garantiert den Entwicklungsländern eine Stimme

Journal

. . . da waren es nur noch zwei
Nach Bolivien will auch Ecuador nicht in die Anden-Freihandelszone mit der EU
Debatten über das Wachstum
Die Verständigung zwischen Nord und Süd über umweltgerechte Wirtschaft ist schwierig
Den Umsatz steigern oder politisch aufklären?
Je mehr der faire Handel boomt, desto stärker stellt sich die Sinnfrage
Gegen die Zersiedelung
Stuttgart unterstützt die Stadtentwicklung in Lateinamerika
Hohe Dunkelziffer bei rassistischen Straftaten
Die neue Europäische Grundrechteagentur legt eine Studie zu Fremdenfeindlichkeit vor
In der Zwickmühle
Der Stopp der EU-Entwicklungshilfe für den Sudan gefährdet den Wiederaufbau im Süden des Landes
Kein Monopol auf Beleidigungen
Arabische und deutsche Politik-Talkshows sind sich erstaunlich ähnlich
Klare Abgrenzung gegenüber dem Militär
Christliche Organisationen legen Positionspapier zum Zivilen Friedensdienst vor
Kultur, Kolanüsse und Kondome
Wie Aids-Prävention in der Schweiz und in Entwicklungsländern gelingen kann
Mit Konflikten umgehen – die Perspektive wechseln
Die Friedensförderung muss sich laut dieser Studie vom Projektdenken verabschieden.
Nur noch kleine Fische
Auch eine neue europäische Fischereipolitik wird die Ausbeutung der Meere nicht stoppen
Riskanter Dialog
Gemeinsame Empfehlungen von Kirchen und Pharmaindustrie stoßen auf Kritik
Schlecht abgestimmt
Ein Bericht bescheinigt der deutschen Entwicklungspolitik Mangel an Kohärenz
Universalität verteidigen, Missbrauch brandmarken
Menschenrechte als Richtschnur des Handelns für Kirchen
Zurückgestutzt
Die evangelischen Hilfswerke sehen sich durch eine Strukturreform in ihrer Existenz bedroht
„Moralische Appelle an die Banker nutzen nichts“
Debatten über die Weltwirtschaftskrise beim Kirchentag in Bremen