Äthiopien: UN hoffen auf Luftbrücke in die Hungerregion Tigray

Genf - Das Welternährungsprogramm (WFP) hat vor einer weiteren Verschärfung der Hungerkrise in der umkämpften äthiopischen Region Tigray gewarnt. Anhaltende Gefechte, zerstörte Infrastruktur, der Ausfall von Strom und Telefonleitungen erschwerten die Hilfsoperationen für Millionen notleidende Menschen, erklärte der WFP-Koordinator Tommy Thompson am Freitag in der Regionalhauptstadt Mekelle.

Waffenhersteller Sig Sauer muss für illegale Exporte zahlen

Karlsruhe - Der Waffenhersteller Sig Sauer muss den gesamten Umsatz eines illegalen Waffengeschäfts an den Staat zahlen. Der Bundesgerichtshof bestätigte am Donnerstag in Karlsruhe ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Kiel, das Sig Sauer im Jahr 2019 zur Zahlung von rund elf Millionen Euro wegen illegaler Pistolenexporte nach Kolumbien verurteilt hatte (AZ: 3 StR 518/19). Friedensaktivisten begrüßten das Urteil, forderten aber zugleich strengere Regeln für den Export von Kleinwaffen.

GIZ: Entwicklungsarbeit in Afghanistan wird weitergehen

Berlin - Der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Martin Jäger, sieht die Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan durch den Abzug der Bundeswehr nicht gefährdet. Die Präsenz der deutschen Streitkräfte am Hindukusch sei keine Voraussetzung für die Unterstützung der hilfsbedürftigen Menschen in dem Land, sagte er am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Berlin.

Äthiopisches Militär zieht sich teilweise aus Tigray zurück

Frankfurt a.M./Addis Abeba - Acht Monate nach Beginn der Kämpfe in Tigray hat sich das äthiopische Militär offenbar teilweise aus der Region zurückgezogen. Äthiopische Soldaten, die von eritreischen Truppen unterstützt werden, hätten unter anderem die Städte Mekelle und Shire verlassen, berichtete der Sender BBC am Mittwoch unter Berufung auf UN-Mitarbeiter. Anti-Regierungstruppen kontrollieren demnach immer mehr Gebiete in Tigray und wollen sich nach eigener Aussage nicht an einen von der äthiopischen Regierung einseitig erklärten Waffenstillstand halten.

Herbe Rückschläge bei weltweiter Hungerbekämpfung

Berlin - Die Corona-Pandemie hat nach Angaben der Welthungerhilfe in vielen Krisenregionen zur Rückkehr von Hungersnöten geführt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen müssten 690 Millionen Menschen weltweit hungern, erklärte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme, bei der Vorstellung des Jahresberichtes am Mittwoch in Berlin. Das seien knapp neun Prozent der Weltbevölkerung oder etwa jeder elfte Mensch. Bei 155 Millionen Menschen sei der Hunger lebensbedrohlich.

Letzte Bundeswehrsoldaten haben Afghanistan verlassen

Berlin - Nach 20 Jahren kommt der deutsche Afghanistan-Einsatz zum Abschluss. Der letzte Soldat hat nach Angaben der Bundeswehr am Dienstag das Land am Hindukusch verlassen. Im Laufe des Mittwochs wurden die Streitkräfte am Luftwaffenstützpunkt Wunstorf in Niedersachsen erwartet. Viele afghanische Ortskräfte haben ebenfalls ein Visum beantragt, um nach Deutschland übersiedeln zu können.

Indien-Umfrage: Religionsgemeinschaften respektvoll aber getrennt

Washington - Eine Umfrage über Religion in Indien zeichnet ein komplexes Bild vom Zusammenleben der Glaubensgemeinschaften. Die meisten Inderinnen und Inder seien auf eine Trennung der Religionen bedacht, heißt es in einer am Dienstag in Washington vorgestellten Studie des Pew Research Center. Zugleich hätten viele der Befragten Respekt gegenüber andersgläubigen Landsleuten betont. Für die Erhebung hat das US-amerikanische Forschungsinstitut knapp 30.000 Menschen befragt.

Südafrika: Ex-Präsident Zuma zu Gefängnisstrafe verurteilt

Frankfurt a.M./Pretoria - Der frühere südafrikanische Präsident Jacob Zuma muss für 15 Monate ins Gefängnis. Das Verfassungsgericht verurteilte den 79-Jährigen in einer vom südafrikanischen Rundfunk übertragenen Sitzung am Dienstag wegen Missachtung der Justiz. Zuma hatte sich mehrmals geweigert, vor einer Untersuchungskommission in einer Korruptionsaffäre auszusagen. In einem anderen Verfahren muss sich der frühere Staatschef auch strafrechtlich wegen Korruption verantworten.

Äthiopische Regierung erklärt Waffenruhe in Krisenregion Tigray

Frankfurt a.M./Addis Abeba - Acht Monate nach dem Beginn der Kämpfe in der äthiopischen Krisenregion Tigray hat die Regierung überraschend eine einseitige Waffenruhe verkündet. Auf Ersuchen der lokalen Führung und aus humanitären Gründen seien mit sofortiger Wirkung die Kämpfe ausgesetzt worden, teilte das Außenministerium am frühen Dienstagmorgen auf Twitter mit. Die äthiopische Armee liefert sich seit November heftige Kämpfe mit der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die zuvor in der Region im Norden des Landes an der Macht war.

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