Berliner Gipfel: Staaten versprechen Abzug von Söldnern aus Libyen

Berlin - Internationale Akteure im Libyen-Konflikt haben sich zum Abzug aller ausländischen Truppen und Söldner aus dem nordafrikanischen Land bekannt. Im Abschlusspapier der zweiten Berliner Libyen-Konferenz hieß es am Mittwoch, dies solle ohne Verzögerung geschehen. Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte: „Schon durch ihre bloße Anwesenheit beeinflussen ausländische Kämpfer, die sich noch immer in Libyen aufhalten, den Friedensprozess.“

Hilfsorganisation: Humanitäre Lage in Syrien verschlechtert sich

Berlin - Drei Wochen vor dem Auslaufen einer UN-Genehmigung zur grenzüberschreitenden Hilfe in Syrien warnt das „International Rescue Committee“ (IRC) vor einer Verschlechterung der humanitären Lage im Nordwesten des Landes. Der Bedarf an Nahrungsmitteln und Wasser steige und die Fälle von Kinderarbeit sowie Kinderheirat häuften sich, erklärte die Hilfsorganisation am Dienstag in Berlin. „Allein im letzten Jahr ist die Zahl der Bedürftigen in Syrien um 20 Prozent gestiegen“, sagte IRC-Präsident David Miliband.

UN: Menschen im Süden Madagaskars sterben an Hunger

Genf/Rom - Im dürregeplagten Süden Madagaskars sind laut dem Welternährungsprogramm (WFP) rund 1,3 Millionen Menschen einer Hungerkatastrophe ausgeliefert. Die Menschen hätten kaum oder gar nichts mehr zu essen, erklärte WFP-Exekutivdirektor David Beasley am Dienstag in Rom. „Viele von ihnen sterben.“

Der WFP-Chef hatte mit einer Delegation die betroffene Region besucht. „Wir waren schockiert“, berichtete er. Kinder seien nur noch Haut und Knochen, die verzweifelten Menschen verspeisten Kaktusfrüchte. Außerdem bedrohten Covid-19 und anderen Krankheiten die Bevölkerung.

Studie: Umsatzhoch für Supermärkte, Hungerlöhne für Arbeiter

Berlin - Die Corona-Pandemie hat laut Oxfam die globale Ungleichheit im Lebensmittelhandel verschärft. Deutsche Supermärkte und Discounter wie Lidl, Aldi, Edeka und Rewe hätten im vergangenen Jahr einen „Umsatzboom“ erlebt, erklärte die Entwicklungsorganisation bei der Vorstellung einer Studie am Dienstag in Berlin. Gleichzeitig hätten viele Produzenten in ärmeren Ländern ihren Job verloren oder seien nur unzureichend vor Corona geschützt. Oxfam forderte Änderungen im System.

Parlamentswahl in Äthiopien überschattet von Tigray-Konflikt

Genf, Addis Abeba - Im Schatten eines blutigen Konflikts und einer drohenden Hungersnot in der Krisenregion Tigray ist am Montag in Äthiopien gewählt worden. Die Parlamentswahl fand allerdings wegen Verzögerungen bei der Vorbereitung oder Konflikten nicht in allen Teilen des Landes statt - auch nicht in Tigray. UN-Generalsekretär António Guterres rief zu einem friedlichen und freien Verlauf der Abstimmung auf.

Menschenrechtler prangern an: Vernichtung von Hilfsgütern in Myanmar

Frankfurt a.M., Yangon - Menschenrechtler prangern eine immer prekärer werdende humanitäre Lage in Myanmar an. Das Militärregime blockiere oder erschwere Hilfslieferungen an Binnenflüchtlinge, kritisierte die Organisation „Progressive Voice Myanmar“, ein Netzwerk aus Bürgerrechtsorganisationen, am Sonntag. Die Methode des Aushungerns werde als Waffe gegen notleidende Zivilisten benutzt und stelle ein Kriegsverbrechen dar.

Corona verzögert Unterzeichnung deutsch-namibischer Erklärung

Berlin - Die Unterzeichnung einer Erklärung zwischen Deutschland und Namibia über die Anerkennung der deutschen Kolonialverbrechen könnte sich durch die sich verschlechternde Corona-Lage in Namibia verzögern. Die Sprecherin des Auswärtigen Amts, Maria Adebahr, sagte am Freitag in Berlin, mehrere Mitglieder der namibischen Regierung seien erkrankt. Sobald sich die Lage bessere, wolle man weiter an dem Abkommen arbeiten, erklärte Adebahr.

Der Brückenbauer: UN-Generalsekretär Guterres für zweite Amtszeit bestätigt

Genf - UN-Generalsekretär António Guterres hat es geschafft. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat den Portugiesen am Freitag in New York für eine zweite Amtszeit als Generalsekretär der Weltorganisation ab 2022 ernannt. Zuvor hatte sich auch der Sicherheitsrat für fünf weitere Jahre mit Guterres ausgesprochen.

Weltfriedensindex: Mehr gewaltsame Proteste im ersten Pandemiejahr

London - Gewaltsame Proteste haben laut dem Weltfriedensindex im ersten Jahr der Corona-Pandemie in vielen Ländern zugenommen. Es habe im Jahr 2020 mehr gewaltsame Demonstrationen und Unruhen gegeben, erklärte das Institut für Wirtschaft und Frieden bei der Vorstellung des „Global Peace Index“ am Donnerstag in London. Dem jährlich erscheinenden Bericht zufolge gab es im vergangenen Jahr weltweit 14.871 gewaltsame Demonstrationen, von denen sich 5.000 gegen staatliche Corona-Maßnahmen richteten.

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