Noch ein Weckruf

Vandana Shiva
Jenseits des Wachstums. Warum wir mit der Erde Frieden schließen müssen
Rotpunktverlag, Zürich 2014,
271 Seiten, 19,90 Euro

Die indische Wissenschaftlerin und Aktivistin Vandana Shiva engagiert sich seit Jahren für Frauenrechte und die Umwelt, sie kämpft gegen den Raubbau an der Natur und für eine dezentralisierte Wirtschaft. In ihrem jüngstem Buch fasst sie (noch einmal) zusammen, was derzeit alles schiefläuft.

Wasserknappheit, Klimawandel, Land Grabbing, Hunger und die Konflikte um Saatgut. Verantwortlich dafür ist laut Shiva, die unter anderem mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, die „globale Privatwirtschaft“, die noch immer von einem unbegrenzten Wachstum ausgehe. Sie sei zu einer „permanenten Kriegswirtschaft“ geworden, die im Konflikt mit den Menschen und der Erde steht.

Shiva illustriert ihre Ausführungen mit Beispielen aus ihrer Heimat Indien. Sie erzählt von wirtschaftlichen Großprojekten und dem wachsenden Widerstand von Kleinbauern und Anwohnern und betont einmal mehr die Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft, um den Hunger nachhaltig zu beseitigen.

Shivas Buch lässt sich als eine Art Bilanz ihrer bisherigen Arbeit lesen, immer wieder fließen eigene Erlebnisse und Forschungsergebnisse ein. Sie gipfelt in der Forderung nach einem Paradigmenwechsel: Um ihr Überleben zu sichern, müssten die Menschen mit der Erde Frieden schließen. Dieser Wandel müsste sich durch alle Bereiche des gesellschaftlichen und persönlichen Lebens ziehen.

Das wird im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte immer wieder angemahnt – und ist deshalb nicht falsch. Doch es fragt sich, ob Shivas erneuter Weckruf gehört wird. (gka)

Erschienen in welt-sichten 4-2014


 

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