Humanitäre Helfer in Not

Neues Kompetenzzentrum
Das Beispiel Syrien zeigt: Der Zugang humanitärer Helfer zur notleidenden Bevölkerung in Konfliktgebieten wird immer schwieriger; oft muss mit mehreren Kriegsparteien verhandelt werden. Im neu in Genf eröffneten Kompetenzzentrum für Humanitäre Verhandlungen sollen sich Praktiker und Expertinnen darüber austauschen und gegenseitig unterstützen.

Humanitäre Helferinnen und Helfer stehen heute in bewaffneten Konflikten vor großen Problemen, wenn sie Zugang zur Zivilbevölkerung fordern, den Schutz medizinischer Missionen verlangen oder mit bewaffneten Gruppen verhandeln. Das neue Kompetenzzentrum will diesen Helfern eine Plattform bieten, Erfahrungen und Strategien zu analysieren und untereinander auszutauschen. Das Kompetenzzentrum bietet Raum für Dialog zwischen verschiedenen humanitären Organisationen und versammelt erfahrene humanitäre Verhandlungsführerinnen und -führer. Lanciert wurde das Kompetenzzentrum vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), vom UN- Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR), vom Welternährungsprogramm (WFP), von Ärzte ohne Grenzen Schweiz (MSF) und vom Zentrum für humanitären Dialog (HD).

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) unterstützt das Zentrum, das sich einiger der dringendsten humanitären Herausforderungen annehme, sagte Bundesrat Didier Burkhalter bei der Eröffnung. In einer Welt, in der das Leiden so groß sei wie schon lange nicht mehr, brauche es einen solchen Einsatz. Es sei besorgniserregend, dass humanitäre Organisationen heute grundlegende Prinzipien wie Würde und Menschlichkeit verhandeln müssten.

Die Unterstützung von Hilfsorganisationen gehört zum humanitären Engagement der  Schweiz. Das Kompetenzzentrum könne die Wirksamkeit der Hilfe maximieren helfen, sagte Burkhalter. Es reflektiere aber auch das Anliegen der Schweizer Außenpolitik, Dialog und Verhandlungen zu fördern. Und auch wenn humanitäre Verhandlungen einerseits und Friedensverhandlungen andererseits unterschiedliche Ziele verfolgten, so gelte es Brücken zwischen diesen Verhandlungsarten zu schlagen, damit das Beste der beiden zugunsten der Betroffenen eingesetzt werden könne.

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erschienen in Ausgabe 12 / 2016: Energie für alle
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