Vollzugsbeamtin in Nigeria
Chinenye Miriam Anyanwu hat ein gutes Verhältnis zu den Häftlingen: „Ich mache mir keine Sorgen um meine Sicherheit, denn ich bin nicht streng oder aggressiv zu ihnen.“
Vollzugsbeamtin in Nigeria

Die gute Seele von Kirikiri

Chinenye Miriam Anyanwu hat sich einen Traum erfüllt: In einer Haftanstalt in Nigerias Wirtschaftsmetropole Lagos kümmert sie sich um junge Strafgefangene – und die beschützen umgekehrt manchmal auch sie.

An ihrem ersten Arbeitstag im Kirikiri-Gefängnis in Lagos wunderte sich Chinenye Miriam Anyanwu über die große Spannung beim Fußball-Pokalfinale zwischen den Kirikiri-Häftlingen, für die die mittlere Sicherheitsstufe gilt, und denen des Hochsicherheitsgefängnisses der Stadt. Ein Pokalfinale zwischen zwei Haftanstalten ist für nigerianische Häftlinge eine große Sache. Als aber die junge, gerade neu eingestellte und modisch gekleidete Gefängniswärterin mit energischen Schritten auf das Fußballfeld zuging, richteten die Häftlinge ihre Aufmerksamkeit sofort auf sie. „Sie sahen mich an und ich sie“, erinnert sie sich.

Anyanwu war gerührt, denn für sie erfüllte sich mit ihrem Arbeitsantritt ein Traum. „Jetzt war ich wirklich in dieses Milieu eingedrungen, jetzt war ich an Bord“, erzählt sie. Den Wunsch, in einem Gefängnis zu arbeiten, hegte Anyanwu, die einer katholischen Gemeinde angehört, schon seit Jahren. „Wir haben immer mal wieder Gefängnisse besucht, um mit den Häftlingen zu reden, sie zu ermutigen und ihnen Hoffnung zu geben“, sagt sie. „Das hat mich dazu inspiriert, dort arbeiten zu wollen.“

...

erschienen in Ausgabe 11 / 2018: Eingebuchtet

Neuen Kommentar schreiben