Austauschplattform Gesundheitspolitik
Austauschplattform Gesundheitspolitik

Hype um den Hub

Mit einer Austauschplattform zur internationalen Gesundheitspolitik, dem „Global Health Hub Germany“, will das Bundesgesundheitsministerium Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vernetzen. Zivilgesellschaftliche Organisationen befürchten zu viel Einfluss der Wirtschaft.

Nach den Vorstellungen von Gesundheitsminister Jens Spahn soll sich der im Fe­bruar gegründete Hub innerhalb der nächsten drei Jahre zu einer Austauschplattform für globale gesundheitspolitische Fragen entwickeln: Zivilgesellschaftliche Organisationen sollen mit Vertretern von Unternehmen, der Wissenschaft, philanthropischen Stiftungen, Jugendverbänden und der Politik diskutieren und gemeinsame Projekte entwickeln. Durch „interdisziplinären Dialog und die Zusammenarbeit aller Akteure im Bereich globaler Gesundheit“ wolle man dazu beitragen, die gesundheitsbezogenen UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG 3) zu erreichen, teilte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage mit. Für drei Jahre finanziert das Ministerium den Hub mit insgesamt 1,5 Millionen Euro; in diesem Zeitraum koordiniert die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die Plattform.

Womit sich der Hub genau beschäftigen wird, ist noch unklar: Bei der Auftaktveranstaltung im Februar schlug Spahn die Krebsbekämpfung, die Digitalisierung im Gesundheitswesen und Tropenkrankheiten als mögliche Schwerpunkte vor. Wirklich Greifbares ist seitdem aber nicht geschehen: Erst im Juni werden laut Ministerium Arbeitsgruppen eingerichtet, danach seien Online-Seminare und informelle Kamingespräche geplant. Zudem solle ein Lenkungskreis aus den Mitgliedern des Hubs über weitere inhaltliche Ausrichtung und Aktivitäten entscheiden. Der Öffentlichkeit präsentiert sich der Hub bereits seit rund sechs Wochen mit einer Website, einem kurzem Werbefilm und einer sechsseitigen Broschüre. Derzeit zähle er 157 Mitglieder (Stand Mitte April), teilte das Ministerium auf Nachfrage mit. Um wen es sich dabei handelt, bleibt allerdings im Dunkeln.

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erschienen in Ausgabe 6 / 2019: Arznei und Geschäft

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