Ecuador
Arbeiter auf einer Plantage bei Guayaquil in Ecuador hängen Bananenstauden an ein Transportsystem.  
Ecuador

Ausbeutung für der Deutschen liebste Frucht

Das wichtigste Lieferland für die Bananen in deutschen Supermärkten ist Ecuador. Die Billigangebote in unseren Regalen gehen auf Kosten der Arbeitskräfte auf den Plantagen – ihnen werden grundlegende Rechte vorenthalten.

Riesige grüne Parzellen erstrecken sich in den ländlichen Gebieten des Kantons Baba zu beiden Seiten der Landstraße. Es ist heiß und viele Kulturen wachsen hier, doch ins Auge stechen scheinbar endlose Reihen von Bananenstauden. Die Fruchtstände sind in Plastik gehüllt, das sie vor Insekten und vor Beschädigung durch die scharfkantigen Blätter schützt.

Auf einem Gehöft in der Gemeinde El Bejucal Chone leben unweit des Landguts La Julia, die der Exportfirma Noboa gehört, mehrere Arbeiter mit ihren Familien. 46 Arbeitnehmer dieser Plantage wurden im vergangenen Jahr entlassen, darunter der 59-jährige Francisco Mariscal. Mutlos und mit traurigem Blick erzählt er vom härtesten Schicksalsschlag in seiner 24 Jahre währenden Tätigkeit auf diesem Gut: dem Verlust seines rechten Auges im März 2018. „Ich schnitt gerade den Stiel des Fruchtkörpers an einer Staude ab, als sich im Gestrüpp ein Blatt löste und mir mit seiner scharfen Kante das Auge zerkratzte. Ich ging zu den Chefs, doch sie sagten, ich solle weiterarbeiten.“

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erschienen in Ausgabe 3 / 2020: Schuften für den Weltmarkt

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