Kobalt
Nachschub fürs E-Auto: Ein elfjähriger Junge trägt in Kolwezi im Südosten der DR Kongo einen Sack Kobalt ins Depot.  
Kobalt

Besser als ein Boykott

Einer der größten Rohstoffhändler der Welt will im Kongo die Situation von Kleinschürferinnen verbessern. Wer profitiert davon?

Acht Kilogramm Kobalt stecken in jeder Elek­troautobatterie. Die im Zuge der Klimapolitik stark zunehmende E-Mobilität dürfte dafür sorgen, dass sich die Nachfrage nach dem Metall in den nächsten zehn Jahren verdoppelt. Derzeit werden über 70 Prozent des weltweit verwendeten Kobalts im Südosten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) abgebaut.

Doch die meisten Arbeiterinnen und Arbeiter – rund 80 Prozent – sind nicht bei einem Minenunternehmen angestellt, sondern verdingen sich als Kleinschürfer: Etwa 250.000 Kongolesinnen und Kongolesen, darunter viele Kinder, bauen mit bloßen Händen oder bestenfalls mit primitiven Hilfsmitteln das Gestein ab. Sie sorgen für rund ein Drittel des Kobalt-Angebots der DRK, das größtenteils über chinesische Kleinhändler in die Batterieproduktion nach China verschifft wird.

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erschienen in Ausgabe 3 / 2020: Schuften für den Weltmarkt

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