Nachhaltigkeitsziele
Ein Tanklaster des mexikanischen Ölkonzerns Pemex. Der Bau einer Raffinerie soll nun die Firma retten, die seit Jahren rote Zahlen schreibt.
Nachhaltigkeitsziele

Mexiko steuert die Vergangenheit an

Mexikos Präsident López Obrador fährt trotz Corona-Krise einen strikten Sparkurs – außer für seine persönlichen Lieblingsprojekte. Das konterkariert die UN-Nachhaltigkeitsziele und untergräbt die demokratische Kontrolle seiner Politik.

Die Küste des mexikanischen Bundesstaates Tabasco ist ein Naturparadies: In den Lagunen nisten Seevögel, in den Mangroven fangen Fischer Krebse, in den subtropischen Wäldern tummeln sich Brüllaffen und Tukane. El Paraíso heißt eines der Dörfer der Region, eingeklemmt zwischen dem Atlantik und mehreren Naturschutzgebieten. Mit der paradiesischen Beschaulichkeit ist es dort allerdings seit einem Jahr vorbei. 

Denn in unmittelbarer Nähe soll eine neue Raffinerie entstehen – sie ist Bestandteil des Investitionsplans von Präsident Andrés Manuel López Obrador, kurz genannt AMLO. Der wurde keine 100 Kilometer von hier geboren, im Herzen der Erdöl-Hochburg Mexikos. Die Transformation zum Petrostaat gehört zu den großen Nationalepen, seit 1971 der Fischer Rudesindo Cantarell im Meer vor Tabasco einen seltsamen schwarzen Fleck entdeckte, der sich als Goldgrube für den staatlichen Ölkonzern Pemex herausstellte. 

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erschienen in Ausgabe 7 / 2020: Der Plan für die Zukunft?

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