Kirche und Ökumene
Marschgepäck der Klimapilger.jpgMarschgepäck ökumenischer Klimapilger 2018 in Bonn. Damals war Katowice in Polen das Ziel, dieses Jahr geht es ins schottische Glasgow.

Meike Boeschemeyer

Kirche und Ökumene

1450 Kilometer zu Fuß für das Klima

Die ökumenischen Klimapilger sind wieder unterwegs, Ende Oktober wollen sie zur Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow ankommen. Eine kleine Gruppe will in 77 Tagen die ganze Strecke schaffen. 

Am Ende werden es Tausende gewesen sein, die den fünften ökumenischen Klimapilgerweg zumindest zum Teil mitgelaufen sind. Startpunkt war in diesem Jahr Mitte August das polnische Zielona Góra, 300 Kilometer nordöstlich von Katowice. In Tagesetappen um die 20 Kilometer geht es seither Richtung Glasgow, über Cottbus, Leipzig, Göttingen, Bielefeld, Münster, Amsterdam bis nach Ijmuiden zur Fähre nach Newcastle in Nordostengland, dann an der schottischen Küste entlang bis nach Glasgow. Übernachtet wird in Gemeindehäusern, eine Anmeldung zum Mitpilgern ist deshalb dringend erforderlich, auch für Kurzentschlossene, die nur eine Tagesetappe dabei sein möchten, sagt Joana Heise vom Projektbüro. Dann könne der genaue Treffpunkt ausgemacht werden, und die Gruppe könne im Zweifelsfall auf die neuen Wanderer warten.

Nachdem der Klimapilgerweg im vergangenen Jahr nur virtuell stattfinden konnte, sei das Interesse dieses Jahr unglaublich groß, sagt Heise. Jeden Tag würden mindestens 30 Leute unterwegs sein. Für manche Etappen hätten sich bereits bis zu 300 Personen angemeldet, darunter ganze Schulklassen, die sich auf diese Weise mit dem Thema Klimawandel und Klimagerechtigkeit auseinandersetzten. Aber auch Familien mit größeren Kindern, junge Leute, Ältere, Protestanten wie Katholiken seien mit von der Partie und liefen eine oder mehrere Etappen mit. Eine kleine Gruppe von etwa acht Leuten wolle die ganzen 77 Tage dabei sein und den Klimapilgerweg von Anfang bis Ende laufen. 

Aktionstage und Begegnungen

Neben dem reinen Wandern stehen immer wieder Aktionstage mit Kundgebungen auf dem Programm sowie der Besuch von Orten, an denen der Klimawandel besonders deutlich wird. In diesem Jahr geht es schwerpunktmäßig um die Themen Mobilität und um die Agrar- und Ernährungswende. Wegen der Corona-Pandemie könne man für die Ankunft in Glasgow keine konkreten Aktionen planen, sagt Heise. Sicher sei allerdings, dass die Klimapilger aus Polen, Deutschland und den Niederlanden sich mit Pilgern aus anderen Ländern treffen und austauschen werden. Den Rückweg würden die Pilger in Eigenregie gestalten. 

Der ökumenische Klimapilgerweg ist eine weltweite Aktion. In Deutschland trägt ihn ein breites Bündnis der katholischen Bistümer und evangelischen Landeskirchen sowie der kirchlichen Hilfswerke, darunter Misereor und Brot für die Welt.

erschienen in Ausgabe 10 / 2021: Pfingstler auf dem Vormarsch

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