Heft 10 / 2021Zum Archiv 2021
Pfingstler auf dem Vormarsch
Der Einfluss von Pfingstlern wächst. Reiche Megakirchen in Lateinamerika verquicken Religion und Kommerz; in Kenia heizen Pfingstkirchen und Politiker gemeinsam politische Debatten religiös auf. Doch unabhängische afrikanische Kirchen setzen sich auch für Armutsbekämpfung ein, und in Peru tritt eine Pfingstkirche als Stimme der Bauern aus den Anden auf.
Wenn Sie das gesamte Heft als PDF lesen wollen, melden Sie sich an oder schließen Sie ein Abo ab
Pfingstkirchen

Heftschwerpunkt

Israeliten Das Heil aus den Anden
Angelehnt an Lehren des Alten Testaments hat der Bauer Ezequiel Ataucusi 1968 die „Mission der Israeliten des Neuen Bundes“ gegründet. Sie hat eine politische Partei hervorgebracht, die erste Erfolge errungen hat. 
Pfingstkirchen Die Prediger des Marktzeitalters
Alle Religionen finden sich heute in einer Gesellschaft, die von der Vorherrschaft der Märkte und von Konsumdenken geprägt ist. Das begünstigt Pfingstkirchen und stellt die traditionellen Kirchen vor ein Dilemma.
Evangelikale Christen Im Nahen Osten wird die Ökumene nervös
Evangelikale Christen fordern die angestammten Kirchen vom Irak bis Syrien heraus. Doch obwohl sie Zulauf haben, wird es in absehbarer Zeit wohl kaum evangelikale Megakirchen wie in Lateinamerika oder Afrika geben. 
Freikirchen in Afrika Stark im Einsatz gegen die Armut
Die afrikanischen Freikirchen, denen rund ein Drittel der afrikanischen Christinnen und Christen angehören, tun viel für soziale und nachhaltige Entwicklung. Dieses Potenzial für die internationale Entwicklungs­zusammenarbeit sollte stärker genutzt werden.
Kenia Unheilige Allianz
In Kenia benutzen Geistliche und Politiker sich gegenseitig für ihre Zwecke. Vertreter der anglikanischen und der katholischen Kirche sehen das kritisch, die Führer jüngerer evangelikaler Kirchen haben weniger Skrupel.
Freikirchen in Lateinamerika Wenn Drogenbosse in der Kirche Geld waschen
In Lateinamerika boomen die Freikirchen – und mit ihr die Kriminalität. Viele Drogenbosse gehören Pfingstkirchen an und nutzen diese, um dort Schwarzgeld zu waschen. Bestraft werden sie dafür selten, auch weil zunehmend Politiker von der pfingstkirchlichen Bewegung profitieren.
Pfingstkirchen in Lateinamerika „Manche evangelikale Kirchen teilen unsere Anliegen“
Ein Gespräch über Pfingstler in Lateinamerika und Fehler der katholischen Kirche

Welt-Blicke

Covid-19 in Nigeria Auch viel Geld schützt nicht vor dem Virus
Nigeria erlebt eine dritte Corona-Welle. Schon in der zweiten konnten selbst manche Reiche kaum medizinische Behandlung ergattern – und viele Arme leben weiter, als gäbe es die Pandemie nicht.
Medikamententest Die Impfskepsis kommt nicht von ungefähr 
Im Bundesstaat Kano in Nordnigeria wollen sich viele Menschen nicht gegen Covid-19 impfen lassen. Dahinter stecken keine Verschwörungstheorien, sondern schlechte Erfahrungen mit dem Pharmaunternehmen Pfizer. 
Machtwechsel in Sambia Ein Sieg im sechsten Anlauf
In Sambia hat Hakainde Hichilema die Wahl gewonnen, obwohl der Amtsinhaber vor Unterdrückung seiner Gegner nicht zurückschreckte. Günstige Umstände und eine kluge Strategie haben das möglich gemacht.
UN-Klimakonferenz Kernkraft für das Klima?
Mehr Atomkraftwerke sind ein Beitrag zum Klimaschutz, behaupten ihre Fürsprecher im Vorfeld des kommenden UN-Klimagipfels. Das ist falsch und irreführend.
Mosambik „Man muss Menschen schützen statt Rohstoffprojekte“
In der Region Cabo Delgado gilt es, die Ursachen der Gewalt zu beseitigen. Gespräch mit Daniel Ribeiro von Justiça Ambiental in Maputo

Standpunkte

Sexuelle Vielfalt Homophobie ist nicht afrikanisch!
Gesetze, die queere Menschen kriminalisieren, gehören abgeschafft, damit die Gewalt endet.
Ernährung Unmoralische Angebote
Hersteller von Babynahrung nutzen die Angst vor Corona, um Müttern ihre Produkte anzudrehen. Mit derartigen Werbekampagnen muss endlich Schluss sein, meint Barbara Erbe.

Bewegungsmelder

Fünf Fragen "Wohin mit dem Geld?"
Thanh Binh Tran ist Gründer von „Moonshot Mission“. Im Kurzinterview erklärt er, was hinter der gemeinnützigen Spendenplattform steckt.
Herausgeberkolumne Die Letzten müssen die Ersten sein!
Entwicklungspolitik muss sich vor allem an diejenigen richten, die sonst kaum erreicht werden – zum Beispiel an Menschen mit Behinderungen, die in abgelegenen Regionen leben.

Journal

Kirche und Ökumene 1450 Kilometer zu Fuß für das Klima
Die ökumenischen Klimapilger sind wieder unterwegs, Ende Oktober wollen sie zur Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow ankommen. Eine kleine Gruppe will in 77 Tagen die ganze Strecke schaffen. 
Entwicklungshilfe Afghanistan im Blick europäischer Geber
Seit die Taliban in Kabul herrschen, haben Berlin und Brüssel die Zusammenarbeit gestoppt. Die Schweiz bietet ihre guten Dienste an, und die Konservativen in Wien machen Stimmung gegen Flüchtlinge.
EU-Entwicklungspolitik Die EU hat kein Konzept gegenüber Ländern mittleren Einkommens
Für den Umgang mit Ländern mit mittlerem Einkommen fehlt der EU-Entwicklungspolitik einer Studie zufolge bislang eine klare Richtung. Das könnte sich nun ändern.
Gesundheitssektor Ein Hausarztmodell für Tadschikistan
Nach mehr als zwanzig Jahren endet die Partnerschaft im Gesundheitssektor zwischen der Schweiz und Tadschikistan. Beteiligte und Beobachter sprechen von einem Erfolg.
Kirche und Ökumene Entwicklungswerke verzeichnen Spendenzuwachs
Brot für die Welt und Misereor haben 2020 deutlich mehr Spenden eingenommen als im Jahr davor. Die Fördermittel der Bundesregierung sind hingegen leicht gesunken.
Kirche und Ökumene Indische Minderheitenschulen im Kreuzfeuer
In Indien fordert die Nationale Kommission für den Schutz von Kinderrechten (NCPCR), Minderheitenschulen müssten nach den gleichen Regeln wie öffentliche Schulen betrieben werden. Vertreter der Minderheiten sehen darin einen Versuch, gut begründete Sonderrechte aufzuheben.
Klimawandel Schweizer Klimaschutz: Holpriger Weg zu netto Null
Die Schweiz will ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 auf netto Null senken. Doch der Weg dorthin scheidet nach dem Scheitern des neuen CO2-Gesetzes die Geister.
Handelsschiffe Seenotretter wider Willen
Nicht nur NGOs retten auf dem Mittelmeer Flüchtlinge, auch Handelsschiffe kommen Migranten immer wieder zur Hilfe. Dadurch geraten sie unverschuldet in Schwierigkeiten, beklagt der Reederverband ECSA.
Wirtschaft und Menschenrechte Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen
Die nächste Bundesregierung wird einen neuen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte fassen müssen. Ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen hat bereits formuliert, was drin stehen sollte.
Entwicklungspolitik und die Jugend Warum nicht auch mal bei Instagram?
Wer Leute unter 30 für die Eine-Welt-Arbeit gewinnen will, muss sich etwas einfallen lassen. Genau das wird in einem Projekt versucht, an dem entwicklungspolitische Vereine und Hochschulen in Baden-Württemberg beteiligt sind.
Personalia Wer, wo, was?
UN Women hat mit Sima Sami Bahous eine neue Chefin, der frühere schwedische Premier Carl Bildt beschäftigt sich künftig bei der WHO mit der gerechten Verteilung von Covid-19-Tests, Medikamenten und Impfstoffen, und der Lutherische Weltbund in Genf wird erstmalig von einer Frau geleitet. Unsere Personalmeldungen im Oktober.
Gesundheitspolitik Wien fokussiert auf Gesundheit
Im neuen Schwerpunktland, der kleinen Republik Moldau in Osteuropa, engagiert sich Österreichs Entwicklungszusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung. Partner sind die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ebenso wie die Privatwirtschaft.