Das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEVal) schreibt im neuen Bericht, dass es zwar erste Leitlinien und Papiere zur Förderung von Kreislaufwirtschaft (KLW) in der Entwicklungszusammenarbeit gebe. Aber es gebe kein klares und übergreifendes Konzept, welche Art von Projekten zu KLW zählen und welche langfristigen Umwelt‑ und Entwicklungsziele damit erreicht werden sollen. Sollen beispielsweise vor allem einzelne Recycling-Projekte gefördert werden oder gilt es, ganze Wirtschaftssektoren zu verändern? Und wie geht man mit Risiken um wie Preissteigerungen infolge von Verboten umweltschädlicher Verfahren, Verdrängung örtlicher Produkte durch weniger streng regulierte Importe aus Drittländern oder Verlust von Arbeitsplätzen in nicht nachhaltigen Industrien?
Für die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) spiele die Kreislaufwirtschaft auf jeden Fall als Querschnittaufgabe eine wichtige Rolle, zeigen die Autoren – vor allem in den Bereichen „Nachhaltiger Konsum und Produktion“, „Maßnahmen zum Klimaschutz“, „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ und „Sauberes Wasser“. Die Zusammenarbeit mit Partnerländern funktioniere in der Regel, die meisten Ansätze der KLW passten gut zu deren Strategien und Bedürfnissen. Unter den beteiligten Ministerien und Durchführungsorganisationen in Deutschland allerdings würden Ziele, Begriffe und Kriterien manchmal unterschiedlich definiert, Abstimmungsprozesse könnten besser laufen. Zumal wenn die Ministerien, wie der Bericht ausdrücklich empfiehlt, stärker zusammenarbeiten. Deutschland solle Recyclingbetriebe in Partnerländern mehr beim Zugang zu Finanzierung, beim Aufbau von Sammel- und Reparatursystemen und beim Know-how-Transfer für umweltfreundliche Produktionsweisen unterstützen. Dazu empfiehlt der Bericht ein gemeinsames, praktisches KLW-Konzept für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Dem möchte man hinzufügen: Es möge verständlicher und weniger abstrakt formuliert sein als der Evaluationsbericht.
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