Rat für Nachhaltige Entwicklung
Gerald H. Haug ist im Februar zum neuen Vorsitzenden des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gewählt worden. Haug ist Professor für Klimageochemie an der ETH Zürich und Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz. Er folgt auf Reiner Hoffmann, der dem Rat als stellvertretender Vorsitzender erhalten bleibt. Der RNE will sein Arbeitsprogramm Ende März vorlegen; darin werde es auch um eine mögliche Überregulierung durch Gesetze und Richtlinien zum Umweltschutz gehen, sagte Haug in einem Interview. Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung gehören 15 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik an. Er berät die Bundesregierung in Fragen der Nachhaltigkeits- und der Zukunftspolitik.
UN-Menschenrechtsrat
Der indonesische Diplomat Sidharto Reza Suryodipuro leitet dieses Jahr die Sitzungen des UN-Menschenrechtsrates in Genf. Er folgt auf den Schweizer Jürg Lauber, der im vergangenen Jahr Ratsvorsitzender war. Suryodipuro ist der erste Indonesier in dieser Position; in diesem Jahr hatte die UN-Ländergruppe Asien-Pazifik das Zugriffsrecht auf den Posten. Suryodipuro sagte, Indonesien habe den Rat seit seiner Gründung vor 20 Jahren wie auch seinen Vorläufer, die UN-Menschenrechtskommission, immer unterstützt. Die erste Sitzung des Menschenrechtsrates dieses Jahr fand im Februar statt, die nächsten folgen im Juni und im September.
WFP-Chefin tritt zurück
Cindy McCain, die Direktorin des UN-Welternährungsprogramms WFP, hat angekündigt, bis zum Sommer vorzeitig von ihrem Posten zurückzutreten. Sie begründet das mit den Folgen eines leichten Schlaganfalls, den sie im Oktober vergangenen Jahres erlitten hat. Die Leitung der weltgrößten Nothilfeorganisation lasse ihr nicht ausreichend Zeit zur Genesung, erklärte die 71-Jährige. McCain leitet das WFP seit März 2023, regulär dauert ihre Amtszeit bis April 2028.
Donald Trumps Vorgänger Joe Biden hatte McCain zur WFP-Chefin ernannt; der Posten geht traditionell an Kandidatinnen und Kandidaten aus den USA. Nach Trumps Wahlsieg hatten Fachleute gemutma+ßt, ob er McCain vorzeitig abberufen werde. Der US-Präsident hat nun die Möglichkeit, einen Kandidaten seiner Wahl an die WFP-Spitze zu setzen. Im Gespräch sind die amtierende US-Botschafterin bei den UN-Organisationen in Rom, Lynda Blanchard, und ihr Vorgänger aus Trumps erster Amtszeit, Kip Tom. Letzterer würde eine vermutlich eine starke „America-First“-Politik im WFP durchsetzen, sagen Beobachter laut Medienberichten.
McCain übernahm das WFP in einer schwierigen Zeit. Die wichtigsten Geberländer haben ihre Beiträge seit 2023 stark gekürzt. McCain wurde zu Beginn ihrer Amtszeit außerdem intern kritisiert, sie habe sich im Gazakrieg einseitig auf die Seite Israels geschlagen. McCain hat das zurückgewiesen. Der Rücktritt sei eine der „schwierigsten Entscheidungen, die ich je habe treffen müssen“, sagte sie jetzt.
Stiftung Asienhaus
Christoph Jost ist neuer Geschäftsführer der Stiftung Asienhaus. Der Regionalwissenschaftler ist seit 20 Jahren bei verschiedenen Organisationen in der internationalen Zusammenarbeit tätig. Zuletzt war er in Laos Regionalleiter Südostasien des Deutschen Volkshochschul-Verbands. Davor war er unter anderem sechs Jahre für den Deutschen Akademischen Austauschdienst tätig. Die Beziehungen zu Asien und die Förderung der Zivilgesellschaft seien ihm ein besonderes Anliegen, sagte Jost zum Amtsantritt. Er folgt auf Monika Schlicher, die die Geschäfte der Stiftung Asienhaus elf Jahre geführt hat.
Germanwatch
Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch, hat angekündigt, die Umweltorganisation nach 34 Jahren zu verlassen und Ende des Jahres eine „tragende Rolle“ bei der Stiftung Zukunftsfähigkeit zu übernehmen.
Susan George gestorben
Die Globalisierungskritikerin und Kämpferin für internationale soziale Gerechtigkeit Susan George ist tot. Sie starb am 14. Februar im Alter von 91 Jahren in Paris. Susan George gehörte seit den 1970er Jahren zu den wichtigsten Stimmen gegen eine von den Interessen westlicher Regierungen und Konzernen dominierte Handels- und Weltwirtschaftspolitik. Die Politikwissenschaftlerin schrieb 17 Bücher, darunter „Sie sterben an unserem Geld“ (1988), „Kredit und Dogma“ (1995), „Globalisierung oder Gerechtigkeit? (2003) und „Change it!“ (2006). Sie prägte das Credo der globalisierungskritischen Bewegung „Eine andere Welt ist möglich“.
Politisch aktiv wurde George während des Algerien- und des Vietnamkriegs. Anfang der 1970er Jahre gründete sie mit anderen in Amsterdam die Denkfabrik Transnational Institute, deren Ehrenpräsidentin sie bis zu ihrem Tod war. Sie war außerdem Präsidentin von Attac Frankreich, stand in den 1990er Jahren an der Spitze der Bewegung gegen ein multilaterales Investitionsabkommen und trat bei globalisierungskritischen Veranstaltungen wie den Weltsozialforen auf.
In hohem Alter sagte Susan George in einem Interview: „Entweder erreichen wir gemeinsam eine neue Stufe der menschlichen Emanzipation und tun dies auf eine Weise, die die Erde bewahrt, oder wir hinterlassen unseren Kindern die schlimmste Zukunft, die der Kapitalismus und die Natur ihnen bereiten können.“
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