China drängt auf den Saatgutmarkt

Ernährung
Peking fördert seit 2021 energisch den Ausbau der eigenen Saatgutproduktion. Eine neue Studie von GRAIN untersucht die Auswirkungen auf andere Länder.

Chinas Regierung will, dass die Ernährung des Landes weniger von Importen abhängt, und hat schon erreicht, dass die hohen Getreideimporte zurückgehen. Als eine Schwachstelle der eigenen Agrarproduktion hat Peking jedoch die Saatguterzeugung erkannt, heißt es in einer neuen Studie der nichtstaatlichen Organisation GRAIN

Danach fördert Peking seit 2021 energisch die Züchtung und Erforschung neuer Sorten, an der öffentliche Forschungseinrichtungen und große Unternehmen beteiligt sind. Sie setzten auf genverändertes Saatgut und KI-gestützte Zucht. Eine Gesetzesänderung habe den Schutz für geistiges Eigentum der Züchter verstärkt. Die Staatgutproduktion sei dadurch bereits stark ausgeweitet worden.

Überschüsse im Ausland absetzen

Das hat Auswirkungen auf andere Entwicklungsländer, so die Studie. China erzeuge inzwischen etwa bei Reis und Mais mehr modernes Saatgut, als die eigene Landwirtschaft benötige. Die Überschüsse versuche Peking, etwa in Ländern Lateinamerikas und Südostasiens zu vermarkten, und kaufe dazu ausländische Saatgut-Handelsfirmen auf. Im Ergebnis würden chinesische Agrarunternehmen große Landstriche in Asien, Lateinamerika und Afrika, in denen sie Getreide für den chinesischen Markt erzeugten, nun auch von Saatgut aus China abhängig machen, warnt GRAIN.

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