Das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) hat erneut Einstellungen und Meinungen zum Politikfeld und das Wissen darüber in der Bevölkerung untersucht. Danach war die Zustimmung dazu, dass die Bundesregierung Geld für Entwicklungspolitik ausgibt, im Jahr 2025 mit 52 Prozent insgesamt leicht höher als 2024, aber weiter deutlich geringer als 2022 und 2019 (da waren es 68 bzw. 64 Prozent).
Die Studie unterscheidet „stabile“ Unterstützer und Gegner, also solche mit feststehender Meinung, sowie "instabile" beider Seiten. Wenig überraschend ordnen sich die Gegner der Entwicklungszusammenarbeit politisch eher rechts ein und weisen eine niedrigere formale Bildung auf, insbesondere die stabilen Gegner. Stabile wie instabile Unterstützer sind im Schnitt höher gebildet und eher links orientiert. Interessanterweise sind die Unterstützer im Schnitt etwas jünger, und unter den stabilen Gegnern sind Männer deutlich überrepräsentiert.
Soziale Medien fördern hier Fehlwahrnehmungen
Von den Motiven für Entwicklungszusammenarbeit (EZ) überzeugen ehesten altruistische, also Gutes zu bewirken oder die Lage in Partnerländern zu verbessern. Auch instabile Gegner lassen dieses Ziel am ehesten gelten. Diese Gruppe sollte das Entwicklungsministerium deshalb gezielt ansprechen und altruistische Motive in den Vordergrund stellen, empfiehlt das DEval.
Bemerkenswert sind Befunde zum Informationsstand über EZ. Das DEval sieht hier systematische Fehlwahrnehmungen; so würden Fortschritte beim Zugang zu sauberem Wasser, bei der Kindersterblichkeit und besonders bei der Armutsbekämpfung im Süden weithin unterschätzt. Wer soziale Medien als Informationsquelle nutzt, habe dabei stärker von den Fakten abweichende Ansichten – am stärksten Nutzer von TikTok und Snapchat. Höhere Bildung und höheres Einkommen gehen dagegen erwartungsgemäß mit mehr Wissen einher.
Fast alle der Befragten überschätzten aber deutlich den Umfang der Ausgaben für EZ. Seltsamerweise findet das DEval gleichzeitig, dass die Zustimmung sinkt, wenn man die wahre Höhe der Ausgaben mitteilt. Offenbar sind solche Befragungsergebnisse mit Vorsicht zu deuten.
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