Atomwaffenstaaten investieren über 80 Milliarden Dollar in Arsenale

Genf, Stockholm - Die neun Atomwaffenstaaten haben 2022 zum dritten Mal in Folge die Investitionen in ihre Arsenale erhöht. Insgesamt wendeten die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel im vorigen Jahr rund 82,9 Milliarden US-Dollar für ihre Nuklearwaffenarsenale auf, wie aus einem Bericht der Internationalen Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen (Ican) hervorgeht, der am Montag in Genf veröffentlicht wurde.

Friedensforscher rechnen mit einem langen Krieg gegen die Ukraine

Berlin - Die führenden deutschen Friedensinstitute fordern von der Bundesregierung eine langfristige militärische Unterstützung der Ukraine. Bei der Veröffentlichung ihres Jahresberichts erklärten sie am Montag in Berlin, es sei kein Ende der Gewalt gegen das von Russland überfallene Land in Sicht. Sie warnten ausdrücklich davor, zum gegenwärtigen Zeitpunkt allein auf Verhandlungen zu setzen, wie es in den letzten Monaten von zivilgesellschaftlichen Initiativen und rechten Gruppen gefordert worden war. 

Tödlicher Angriff auf Binnenvertriebe im Ostkongo

Nairobi - Bei einem Angriff auf Binnenvertriebene im Ostkongo sind Medienberichten zufolge mehrere Menschen getötet worden. Die Nachrichtenseite poliltico.cd meldete unter Berufung auf lokale Quellen mindestens sieben Tote, darunter auch Kinder. Andere Medien berichteten von bis zu 50 Opfern. Demnach sollen Mitglieder der Rebellengruppe Codeco die schlafenden Flüchtlinge in der Provinz Ituri mit Schusswaffen und Macheten überfallen und anschließend Häuser in Brand gesetzt haben.

EU stellt Tunesien 900 Millionen Euro in Aussicht

Tunis - Die EU und Tunesien haben am Sonntag über ein gemeinsames Abkommen verhandelt. Dabei stellte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dem nordafrikanischen Land 900 Millionen Euro Hilfsgelder in Aussicht. Diese könnten verfügbar gemacht werden, sobald eine Übereinkunft mit dem Land geschlossen werde, sagte sie. Von der Leyen war gemeinsam mit Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte nach Tunesien gereist.

Unicef fordert entschiedenes Vorgehen gegen Kinderarbeit

Köln (epd). Das Kinderhilfswerk Unicef fordert von Politik und Wirtschaft mehr Einsatz im Kampf gegen Kinderarbeit. Trotz Verboten sei Kinderarbeit weiterhin ein massives Problem und betreffe schätzungsweise 160 Millionen Mädchen und Jungen weltweit, erklärte Unicef mit Blick auf den Welttag gegen Kinderarbeit am Montag (12. Juni). Um die Ursachen für Kinderarbeit zu beseitigen, seien etwa mehr Investitionen, Risikoanalysen und Reintegrationsprogramme in Schulen für ehemalige arbeitende Kinder nötig.

Sudan: 24-stündige Waffenruhe ab Samstagmorgen vereinbart

Nairobi/Khartum - Im Sudan haben sich die Konfliktparteien auf eine neue 24-stündige humanitäre Waffenruhe beginnend am Samstagmorgen geeinigt. Wie aus einer am Freitag von der US-Botschaft im Sudan verbreiteten Erklärung hervorgeht, wollen die Armee und die paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF) auf Angriffe, den Einsatz von Flugzeugen oder Drohnen, Bombardierungen aus der Luft, Artillerieangriffe, die Verstärkung von Stellungen und die Versorgung der Truppen verzichten.

Kirchentag fordert Umsetzung des Pariser Klimavertrags

Nürnberg - Eine Resolution des 38. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Nürnberg hat die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens aus dem Jahre 2015 gefordert. Der Text wurde am Freitag mit fast 100 Prozent der Stimmen während einer Podiumsveranstaltung mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) angenommen. Eingebracht hatte die Resolution die Initiative Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit.

UN-Sondergesandter im Sudan zu unerwünschter Person erklärt

Nairobi/Khartum - Die sudanesische Regierung hat den UN-Sondergesandten für den Sudan, Volker Perthes, zur unerwünschten Person erklärt. Die Regierung habe UN-Generalsekretär António Guterres darüber informiert, erklärte das sudanesische Außenministerium am Donnerstagabend. Perthes leitet die UN-Mission Unitams, die den Sudan beim Übergang zur Demokratie unterstützen sollte. Bisher haben die Vereinten Nationen die Entscheidung nicht kommentiert. Perthes selbst befand sich zur Zeit der Veröffentlichung für diplomatische Gespräche im Nachbarland Äthiopien.

Jesuiten: Asylbewerberleistungsgesetz endlich abschaffen

Frankfurt a.M. - Ein Bündnis aus rund 200 Organisationen fordert mit Unterstützung des Jesuiten Flüchtlingsdienst (JRS) die Abschaffung des 1993 beschlossenen Asylbewerberleistungsgesetzes. „Das Gesetz ist Ausdruck einer Politik der gezielten Schäbigkeit gegenüber besonders wehrlosen Menschen. Es grenzt diese Menschen aus“, sagte der stellvertretende JRS-Direktor Stephan Keßler im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

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